Fünf Fragen an … Sandra Mikolaschek Rollstuhltischtennis-Spielerin

Sandra Mikolaschek ist gerade einmal 16 Jahre alt. Die Rollstuhltischtennis-Spielerin hat aber schon viel erreicht. Sie wurde Deutsche Meisterin, Zweite bei einer EM und spielte im Musikvideo „Nimm dein Leben in die Hand“ der Gruppe Klee die Hauptrolle. Im September zog sie von Sachsen-Anhalt nach Düsseldorf und arbeitet im Tischtennis-Internat der Borussia an ihrem großen Traum: Den Paralympics 2016 in Rio. Vorher will sie aber noch mit dem Rollstuhlteam der Borussia in die Bundesliga aufsteigen. In Bielefeld steht am 15. März der vorentscheidende dritte Saisonspieltag an. Piet Keusen verriet sie ihre Ziele.

Sie haben ihre Heimat verlassen, um Tischtennis zu spielen. War das ein großer Schritt für Sie?

Ach, das war eigentlich gar nicht so schlimm. Düsseldorf ist zwar eine Ecke größer als Halle, wo ich vorher zur Schule gegangen bin. Aber ich werde ja vom Fahrdienst zur Schule gebracht und kann dabei aus dem Fenster gucken. So langsam finde ich mich zurecht und auch die Verbindungen mit der Straßenbahn kenne ich immer besser. Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden und habe optimale Bedingungen, um mich ganz auf das Tischtennisspielen zu konzentrieren.

Wie sieht Ihr Tagesablauf im Internat aus?

Ich stehe morgens zwischen sechs und halb acht auf. Manchmal trainiere ich dann früh. Danach geht es in die Schule bis viertel vor vier. Dann habe ich eine halbe Stunde Zeit für mich, und um fünf ist Training. Anschließend gibt es Abendessen, wir setzen uns noch in den Aufenthaltsraum oder machen Hausaufgaben. Und um halb elf ist Nachtruhe, dann müssen wir aufs Zimmer.

Klingt nach wenig Freizeit und fast schon nach dem Leben eines Sportprofis …

Naja, Profi würde ich nicht sagen, denn mit Rollstuhltischtennis kann man kein Geld verdienen. Man zahlt eher drauf für Internat, Reisen zu den Turnieren und Startgelder. Aber ich habe ein großes Ziel: Ich will nach Rio! Und außerdem kenne ich es nicht anders. Ich spiele Tischtennis, seit ich zehn bin. Und seitdem hat das für mich Priorität.

Was sind denn Ihre Ziele hier?

Mein erstes Ziel ist es, im September eine gute WM zu spielen. Ich habe mich qualifiziert, jetzt muss mich nur noch der Deutsche Behindertensportverband nominieren. Das wäre mein erstes Turnier außerhalb Europas und außerdem wichtig, um sich auf Rio vorzubereiten. Denn gegen die Topspieler aus China spielt man nicht so häufig. Außerdem will ich mit Borussia in die Bundesliga aufsteigen, und dafür stehen die Chancen ja ganz gut.

Wie läuft denn die Qualifikation für Rio?

Man sammelt Punkte durch internationale Turniere. Letztlich entscheidet aber der Bundestrainer, wen er ins Aufgebot beruft, dann zählt natürlich auch eine Medaillenchance. Daran will ich arbeiten. Die Qualifikation hat für mich also schon begonnen.

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