Fünf Fragen an ... Nils Schomber - Bahnradfahrer aus Büttgen

Nils Schomber ist eine der deutschen Olympiahoffnungen. Der 19-Jährige hat es gerade zum Profisportler geschafft und das in einer eher ungewöhnlichen Disziplin. Schomber ist Bahnradfahrer. Und zwar einer der schnellsten in Deutschland. Der gebürtige Kaarster radelt im Jahr mehr als 20 000 Kilometer und sammelt dabei ganz nebenbei jede Menge Titel: Acht mal war er schon Deutscher Meister, einmal Vize-Europameister. Am 26. Februar beginnt die Bahnrad-WM in Cali/Kolumbien. Da hat Schomber hohe Ziele.

Wie sind Sie zum Radsport gekommen?

Ich bin mit zehn Jahren mein erstes Rennen gefahren. Ich weiß gar nicht mehr, auf welchem Platz ich gelandet bin, aber einen Pokal gab es auf jeden Fall dafür. Mein Vater fuhr damals begeistert Rennrad und hat mich angemeldet. Mit zwölf Jahren bin ich dann regelmäßig gefahren. Ich habe zu der Zeit auch Fußball gespielt, aber da hat das Talent nicht gereicht. Beim Radsport hatte ich mehr Glück.

Wann haben Sie sich dann für die Bahn und gegen die Straße entschieden?

Früher habe ich die Bahn gehasst, ich hatte sogar ein bisschen Angst davor. Die Kurven sind sehr steil, und ich bin ein paar Mal ganz übel gestürzt. Aber in Büttgen geht man einfach auf die Bahn, das hat Tradition hier. Und irgendwann habe ich mich damit angefreundet. Vielleicht lag das auch am Erfolg. Und im Winter ist es drinnen in der Halle auf jeden Fall schöner als draußen auf der glatten Straße.

Wie haben sie den Schritt zum Profisportler gemacht?

Das kam irgendwie schleichend. 2010 ging es damit los, da wurde ich zum ersten Mal Deutscher Meister. Dann hat mich der Bundestrainer in den Kader berufen. Im Sommer habe ich mein Abi gemacht, und seit November bin ich Sportsoldat bei der Bundeswehr. So kann ich mich ganz auf das Radfahren konzentrieren. Das ist optimal.

Und erfolgreich: Sie haben die WM-Qualifikation fast in der Tasche und wollen in Kolumbien im Vierer und in der Einer-Verfolgung starten. Was ist ihr Ziel bei der WM?

Mit der Mannschaft wollen wir zu den besten sechs Nationen gehören. Wir haben im Dezember beim Weltcup in Mexiko den Deutschen Rekord geknackt und die 4 000 Meter in 3,59 Minuten geschafft. Wir sind seit 2000 die Ersten, die unter vier Minuten im Ziel waren. Der Rückstand zur Weltspitze ist nicht mehr so groß. In der Einer-Verfolgung lasse ich mich überraschen. Das ist meine erste Elite-WM. Ein Platz unter den Top Ten wäre ein großer Erfolg.

Sie sind erst 19 Jahre alt. Was kommt nach der WM?

Mein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Das wäre ein absolutes Highlight. Seit den Spielen 2000 war kein Deutsches Vierer-Team mehr qualifiziert, das wollen wir ändern. Wir kommen ja schon viel rum, der Weltcup in Mexiko oder die Junioren-WM in Moskau waren bereits super. Aber Olympia wäre ein Traum.