Fünf Fragen an: Daniel Jagenburg

Bald mit Wikipedia-Eintrag? Daniel Jagenburg

Kleinfeld-Nationalspieler

Plötzlich Weltklasse! Normalerweise spielt Daniel Jagenburg Fußball beim DSC 99 in Düsseldorf in der Landesliga und Futsal bei den TURU Lions in der Westdeutschen Liga. Also besser als viele, aber noch lange nicht professionell. Trotzdem ist Jagenburg plötzlich Nationalspieler. Auf dem Kleinfeld. Der 27-Jährige fährt mit der Deutschen Kleinfeld-Nationalmannschaft vom 10. bis zum 14. Oktober zur Europameisterschaft nach Griechenland. Bei einem Trainingslehrgang im August qualifizierte sich Jagenburg für die Auswahl. Piet Keusen sprach mit ihm über diese steile Karriere.

Auf einmal sind Sie Nationalspieler, wie fühlen Sie sich?

Noch fühlt sich das ganz normal an. Eigentlich sind wir ja eher eine Art Hochschul-Auswahl. Also einfach ein paar Jungs, die Fußball spielen wollen. Aber ich kann mir vorstellen, dass das bei der EM ganz schnell ernst wird. Wir werden in Deutschland-Trainingsanzügen zur Hymne auflaufen. Da haben wir alle echt Bock drauf. Und ich glaube, dann ist es schnell vorbei mit normal.

Und zur Vorbereitung wird neben dem Training auch die Hymne auswendig gelernt?

Nee, die kann ich schon. Wir trainieren ganz normal. Und ehrlich gesagt wissen wir alle noch gar nicht, was uns erwartet. Ich habe mir die Homepage der Euro-Mini angeschaut, aber da war auch noch nicht viel über die anderen Teams zu lesen. Ich weiß also nicht, ob andere Länder zum Beispiel mit ehemaligen Profis antreten werden. Wir lassen uns überraschen.

Was ist das Besondere am Kleinfeld-Fußball?

Gespielt wird auf einem kleineren Feld, etwa in Handballgröße, das Spiel ist also schnell, man sprintet öfter und hat weniger Pausenzeiten. Auf dem großen Feld kann man sich als Verteidiger mal ausruhen, wenn ein Angriff läuft. Auf dem Kleinfeld geht das nicht, da dauert ein Spiel zweimal zwanzig Minuten. Und man ist die ganze Zeit in Bewegung. Der ideale Kleinfeldspieler sollte antrittsstark, beweglich, beidfüßig und schussstark sein sowie gute Ausdauer und gute Technik am Ball haben.

Wo liegen Ihre Stärken?

Ich bin nicht unbedingt der typische Kleinfeldspieler, aber mit meiner guten Athletik, meinem guten Schuss und meinen am ganzen Niederrhein bekannten Einwürfen kann ich sicherlich für Aufsehen sorgen. Auf dem Kleinfeld werden meine Einwürfe zu Flanken, egal von wo ich werfe. Mal sehen, ob sich unsere Gegner davon überraschen lassen.

Wenn alles gut läuft, werden Sie Europameister. Und anschließend spielen Sie wieder in der Landesliga?

Natürlich. Das wird bestimmt eine einmalige Erfahrung und hilft vielleicht, unseren Sport bekannter zu machen. Im Moment muss ich allen noch erklären, was Kleinfeld ist. Die Spiele werden vermutlich auch im Internet übertragen, da könnten zumindest Freunde und Familie mal schauen, was ich so mache. Was dann draus wird? Schauen wir mal. Ein Kumpel hat schon gescherzt: Wenn wir Europameister werden, dann bekomme ich einen Wikipedia-Eintrag.