Fortuna Düsseldorf gegen den FC Köln: Halbangst 3

Der unglaubliche Hulk: Ex-Fortuna-Keeper Georg Koch | Ausschnitt aus Halbangst 3

„Ne Kasse voll nix, reichlich Klüngel und auch Tricks“

Anderthalb Jahrzehnte haben die Fanlager hüben wie drüben darauf gewartet. Am Sonntagnachmittag ist es so weit. Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Köln treffen erstmals nach fast 15 Jahren wieder in einem Pflichtspiel aufeinander.

Um 15:30 Uhr wird das Derby der besonderen Art in der Domstadt angepfiffen. Bereits um 9 Uhr des gleichen Tages treffen sich am Düsseldorfer S-Bahnhof Benrath Fortuna-Anhänger, Schätzungen gehen von 1500 bis 2000 aus, um zunächst auf der Schiene nach Köln-Ehrenfeld zu reisen. Von dort aus möchten sie den vier Kilometer langen Weg zum RheinEnergie-Stadion zu Fuß zurücklegen. In einem rot-weißen Pilgermarsch durch Köln. Ob es dazu kommen wird, scheint derzeit zumindest fraglich. Die Polizei hat nämlich gewaltig was dagegen. Von einer „maximalen Provokation“ sprach Einsatzleiter Michael Temme. Das werde man nicht dulden.

Düsseldorfer Flash-Mob auf der Domplatte

Bereits vor mehreren Wochen, mitten in der Sommerpause, war die Domplatte an einem Sonntag fest in der Hand von 120 Anhängern des Leider-wieder-Zweitligisten aus der Landeshauptstadt. Was sie vor der Pforte der gotischen Kathedrale abzogen, glich einem religiösen Ritual. Zu den Klängen von BAPs „Verdamp lang her“ sang man lautstark „Jetz simmer hier“; reckte Fortuna-Schals in die Höhe. Mitten in dem rot-weißen Pulk ließ sich ein grüner Fleck ausmachen. Eine Art Gott in grün. Grünes Trikot, grün geschminktes Gesicht, grünes Podest. Die Ähnlichkeit zu Hulk war offensichtlich gewünscht. Schnell war der Mann in Comic-Verkleidung als alter Bekannter ausgemacht: Georg Koch, bis heute unvergessener Ex-Keeper von Fortuna, hatte es sich nicht nehmen lassen, am nunmehr schon dritten Filmchen einer Gruppe von rund 50 Düsseldorfer Kreativberuflern mitzuwirken. Das Machwerk feierte dieser Tage im Oberkasseler Kneipenrestaurant „Pauls“, wo es auch ersonnen worden war, Premiere und ist nunmehr bei YouTube zu bewundern. Unter dem Titel „Halbangst 3“. Das mit der Halbangst muss man kurz erklären. Den Begriff prägte Otto Rehhagel nach dem Relegationsspiel der Fortuna gegen Hertha BSC. Beim Rasensturm der Fans habe er „Halbangst“ empfunden, sagte der Trainer, der eigentlich als eloquent gilt und sorgte damit für viele Fragezeichen.

Das Video:

Prominente Besetzung

Doch zurück zum Video, für das eigens die BAP-Hymne „Verdamp lang her“ neu betextet wurde. Das ist ebenso humorig wie professionell gemacht. In ca. sechs Minuten zeigt es, wie die bereits aus den beiden Vorgänger-Filmchen bekannten Fortuna-verrückten Protagonisten die Domstadt erobern. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Mit dem Schlauchboot geht es da nach Kölle, aber auch mit dem Taxi, mit dem Flieger, gebeamt und zu Fuß. Und „Schorsch“ Koch ist nicht der einzige Prominente, den man für die Produktion gewinnen konnte. Verteidiger Heiner Baltes übernahm die Rolle des Rheinturm-Aufzugwärters, während Mannschaftsbetreuer Aleks Spengler als Hafenmeister in Erscheinung tritt. Den Rest besorgen die zahllosen kleinen Gags, die das Werk durchziehen. Besonders arg trifft es Hund Nero, der mit Hörnern und einem FC-Leibchen zum Geisbock Hennes umgestylt wurde. Auf das Kommando „Platz!“ explodiert der Hund-Bock kurzerhand. Ob die Nummer der Gondel, die die Fans im Film über den Rhein bringt, im Hinblick auf die Saison 2013/14 ein Zeichen sein könnte, wird man sehen. Die Kabine trägt die Nummer 33. 1933 wurde Fortuna zum bisher einzigen Mal Deutscher Meister.

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