Es hat sich gelohnt: Mario Götze im Interview

Geprägt im Ruhrgebiet: BVB Star Mario Götze | Foto: Robert Hoernig

Schon einen Tag nach der ärgerlichen Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg kann Mario Götze wieder jubeln. An der Playstation behält der Spielmacher von Borussia Dortmund im freundschaftlichen Duell mit vier jungen Fans knapp nach Elfmeterschießen die Oberhand.

Götzes Werbepartner Kellogg´s hatte ein Meet & Greet mit dem Nationalspieler verlost, der sich daraufhin auf dem Trainingsgelände in Brackel mehr als eine Stunde Zeit für die glücklichen Gewinner nimmt. Im anschließenden Interview mit Michael Blatt spricht der 20-Jährige über die Bedeutung einer gesunden Ernährung, Verzicht in der Jugend und das Leben als Fußballstar in Dortmund.

Aus gegebenem Anlass die nahe liegende Frage: Was gab es bei dir heute Morgen zum Frühstück?

Ich habe eine Schale Joghurt mit Obst und ein bisschen Müsli drauf gegessen. Wenn ich wie heute auf dem Trainingsgelände frühstücke, ist das mein Standard. Ab und zu kommt noch ein Brötchen dazu.

Achtest du als Profisportler täglich auf die Ernährung, oder darf es abends auch mal eine Tafel Schokolade oder Pommes/Currywurst sein?

Eine Tafel nicht unbedingt. Aber natürlich gönnt man sich manchmal was, isst eine Pan Pizza oder Pommes. Es sollte nur nicht zu häufig vorkommen. In Hotels oder hier auf dem Trainingsgelände wird beim Essen eigentlich immer darauf geachtet, dass es gesund ist. Ich bin auch jemand, der darauf sehr viel Wert legt. Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor, wenn der Körper dein Kapital ist.

Ein Zitat von dir lautet: „Wenn im Allgäu im Winter die Ski gewachst werden, wird in Dortmund und Umgebung weiter gekickt.“ Inwieweit hat dich deine Jugend im Ruhrgebiet fußballerisch geprägt?

Ich komme aus einem Dorf, von dem es bis zur nächsten größeren Stadt eine halbe Stunde ist. Als ich mit sechs Jahren hier hochgezogen bin, war der Fußball mit dem Stadion und seinen Fans natürlich die Hauptattraktion. Das hat mich definitiv geprägt.

In welchem Alter ist dir bewusst geworden, dass es mit dem Traum Profifußballer tatsächlich etwas werden könnte?

Es gab die U17-Europameisterschaft, die wir gewonnen haben. Im Anschluss ging es zur WM nach Nigeria. Danach durfte ich bei den Profis mittrainieren. Wenn man dann so nah dran ist, wird einem schon bewusst, dass die Chance da ist.

Was aber wahrscheinlich auch bedeutete, am Wochenende nicht wie andere Jugendliche die Nächte durchzufeiern.

Als ich jung war, gab es Momente, wo ich zuhause bleiben musste, weil am nächsten Tag ein Spiel war. Da denkst du schon darüber nach, was andere alles machen. Heute denke ich mir, es hat sich alles gelohnt. Ich kann mir eigentlich nichts Schöneres vorstellen und bin sehr zufrieden, dass es so gelaufen ist.

Vervollständige dennoch bitte folgenden Satz: „Wenn ich nicht Fußballprofi geworden wäre, würde ich jetzt …“

… an der Sporthochschule Köln studieren.

Dortmund steht neben dem BVB einerseits für Prestigeobjekte wie U-Turm oder Phoenix-See, aber auch für eine hohe Zahl an Arbeitslosen. Wie nimmst du die Stadt wahr?

Die Größe der Stadt passt einfach. Man hat nicht wie in München oder Berlin diesen riesigen Trubel. Als wir zum Beispiel nach dem Gewinn der zwei Meisterschaften am Borsigplatz vorbei durch die Stadt gefahren sind, hat man gemerkt, wie sehr die Dortmunder für den Fußball leben. Das ist etwas ganz, ganz Großartiges. Davon abgesehen ist Dortmund mit dem Rombergpark, der Innenstadt und allem Drum und Dran eine sehr attraktive Stadt, in der es sich sehr gut leben lässt.

Kann ein Mario Götze überhaupt entspannt vor die Tür gehen?

Meistens gehe ich schnell etwas essen, mache mich dann aber auch schnell wieder aus dem Staub. Oft setze ich ein Cap oder eine Mütze auf. Wenn ich in Düsseldorf oder Köln zum Einkaufen bin, ist es etwas entspannter.

Fallen dir spontan ein paar Ausgeh-Tipps ein?

Vor kurzem war ich zum Essen im Rodizio. Ich gehe aber auch oft ins Vapiano, zum Italiener bei mir in der Nähe oder ins China-Restaurant. Im Maximilian oder im Alex lässt sich gut etwas trinken. Außerdem gehe ich gerne ins Kino, sowohl hier im Cinestar, aber auch im UCI Bochum.

Der beste Film der letzten Zeit?

Das war „Cloud Atlas“. Gute Idee und eine gelungene Umsetzung.

Und wenn du dir einen Track wünschen dürftest, der eingespielt wird, wenn du im eigenen Stadion ein Tor erzielst?

Da muss ich nachdenken. Vielleicht Justin Biebers „Beauty And A Beat“. Oder irgendetwas vom Rocky-Soundtrack, das wäre natürlich auch stark.

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