25 Jahre Visions: Ein Segen für Szene und Region

Zu Gast und vor Ort: Kraftklub | Foto: Philipp Weiser

So um die Jahrtausendwende war ich, gerade dabei mit der Schule fertig zu werden, noch weit davon entfernt, einmal eine ernsthafte journalistische Laufbahn einzuschlagen. Aber wenn mich seinerzeit jemand gefragt hätte, bei welcher Zeitung oder Zeitschrift ich im Fall der Fälle am liebsten arbeiten würde, dann wäre die Antwort eindeutig ausgefallen: bei der Visions natürlich, dem verlässlichen Begleiter der eigenen Rock-Sozialisation.

Die persönlichen Helden der Schreibzunft arbeiteten nicht etwa bei Spiegel, Stern oder Zeit, sondern in Dortmund. Vor allem die Punkrock-Experten in der Redaktion, Falk Albrecht, Petra Engelke, Oliver Uschmann oder auch Jan Schwarzkamp standen ganz oben auf der Favoriten-Liste. Einmal schaffte ich es sogar selbst in die Visions. Nicht als Autor und im Leben nicht als Musiker, sondern als Fan, als der Fotograf beim No-Fun-At-All-Konzert in der Zeche Carl just in dem Moment auf den Auslöser drückte, als ich auf der Bühne zum Stage-Diving ansetzte. Der schönste Lauf der Geschichte aber ist noch ein anderer. Denn aus manchen Vorbildern sind im Laufe der Jahre tatsächlich Kollegen geworden. Peter Hesse ist bei coolibri mittlerweile für die Musikredaktion zuständig, Jens Mayer steuert regelmäßig Interviews bei.

Und die Visions? Hat sich weiterentwickelt. Weg vom reinen Monatsheft, hin zum regelmäßigen Veranstalter von Partys und Konzerten. Ein Segen für die Punk & Indie-Szene in der Region. Bis heute, und das ist Herausgeber Michael Lohrmann und seinen Mitstreitern hoch anzurechnen, widersteht das Magazin dem mitunter verlockend schlüssigen Schritt, sich aus dem Ruhrgebiet in die Musik- und Medienstädte Köln, Hamburg und Berlin zu verabschieden.

So bleibt für die Leser von hier der Weg zum Gratulieren auch ein kurzer, wenn Visions sich selbst und ihre Anhänger am 25. Oktober in der Westfalenhalle mit einem fulminanten Jubiläumsfestival zum 25. Geburtstag beschenkt. Die „Begleitmusik“ übernehmen vorneweg Kraftklub, deren im September erscheinenden „Mit K“-Nachfolgealbum „In Schwarz“ bereits sehnsüchtig erwartet wird. Mit Thees Uhlmann und Band sowie Marcus Wiebusch sind zwei langjährige Konstanten der hiesigen Indie-Popkultur ebenfalls in Dortmund zugegen. Als Komplettierung, da bei derlei herausragenden Feierlichkeiten selbstverständlich der Adel vertreten sein muss, geben sich oben drauf die schwedischen Royal Republic die Ehre.

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25.10. Westfalenhallen Dortmund

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