Karneval in Köln: Abseits von Schunkelei und Schlagern

Geisterzug in Köln | Foto: Theo Wenge

Wer beim Kölner Fastelovend ausschließlich an den (sogenannten) organisierten Karneval denkt, denkt entschieden zu kurz. Festkomitee, Dreigestirn und Höhner dominieren zwar die Außendarstellung, doch das Herz des Fasteleer schlägt keineswegs nur dort, wo die Ü-Wagen stehen.

Über das bisweilen furchterregende Äußere der Indie-Narren sollte man großzügig hinwegsehen. Das ist Absicht im Geisterzug, der zahlenmäßig größten Zusammenkunft der Alternativ-Jecken. Die etablierten Karnevalsgesellschaften sind außen vor, wenn sich nach Einbruch der Dunkelheit Untote, Zombies und Monster zu tausenden zusammenrotten. In diesem Jahr walken die Toten am 6.2. vom Thürmchenswall bis zum Chlodwigplatz.

Dort in der Südstadt kulminiert traditionell der etwas andere Fastelovend. Im kuscheligen Kellerclub Tsunami (Im Ferkulum 9) beispielsweise trommelt Jens Bachmann an Weiberfastnacht seit einigen Jahren die „Anonymen Karnevalisten“ zusammen, um mit den Lieblingsliedern von Szene-Größen wie Suzie Kerstgens (Klee), Johannes Stankowski, Keshav Purushotham (Timid Tiger) oder Oliver Minck (Wolke) gegen den verbreiteten Schlager-Mainstream anzusingen. Die Mutter aller karnevalistischen Gegenbewegungen ist wohl die Stunksitzung, inzwischen ein Riesen-Kabarett-Schlachtross mit 48 ausverkauften Veranstaltungen pro Session. „Als wir vor 33 Jahren anfingen, gab es nur den Spießer-Karneval“, erinnert sich Mitbegründer Winni Rau. „Inzwischen gibt es eine ganz breite bunte Szene bis rüber nach Düsseldorf.“ Stimmt! Das Angebot jenseits des vom Festkomitee verordneten Frohsinns ist riesig: Fatal Banal und Deine Sitzung (mit Carolin Kebekus) haben sich ebenso etabliert wie die Immisitzung, „Loss mer singe“, die Röschen- (schwul) und die Schnittchensitzung (lesbisch).

Einiges davon zeigt der Film „Alaaf you“, der im Januar in die Kinos gekommen ist. Die Macher Eric Benz und Baris Aladag haben die Kölner Jecken aufgerufen, selbst gedrehtes Videomaterial einzusenden. Das Ergebnis ist ein gigantisches Mosaik, das zeigt, was wir ohnehin vermutet haben: Der kölsche Karneval ist viel bunter, als es das Farbfernsehen zu zeigen vermag.

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