Was kann Düsseldorfs Clubszene? Ein Selbstversuch

1. Halt: Nachtresidenz | Foto: tonight.de

In der letzten Zeit hat man das Gefühl, dass in Düsseldorf mehr Clubs schließen als neue öffnen. Nach dem Pretty Vacant soll nun auch das Rotkompot seine Pforten schließen. Was geht überhaupt noch im Düsseldorfer Nachtleben? Und wie feiert man in den eher schicken Clubs, die so typisch für die Rhein-Metropole zu sein scheinen? coolibri-Mitarbeiterin Sophie Pieper hat sich auf eine Reise durch die Düsseldorfer Nacht begeben, die sie in die Nachtresidenz, das attic und die Rudas Studios führte. Fortsetzung folgt.

23.26 Uhr

Meine Begleitung und ich machen uns auf den Weg in die Nachtresidenz. Dabei tauschen wir uns über unsere bisherigen Abende dort aus. Wir sind beide nicht besonders angetan – die Musik, das sehr junge Publikum und dessen oft grenzwertiges Styling lösen bei uns wenig Vorfreude aus. Doch schon während wir in der Schlange vor dem Club warten, werden wir positiv überrascht. Jeans und Turnschuhe! Grund für den legeren Dresscode ist die heutige Veranstaltung. Anlässlich der boot-Messe in Düsseldorf findet heute eine Surf-Party statt. Wir werden am Einlass und der Gardegrobe freundlich begrüßt und machen uns auf den Weg zur Tanzfläche. Dort treffen wir auf Aussteller der Messe um die vierzig und junge Windsurfer mit Wollmützen während Klangkarussell und die Beatsteaks laufen. Genauso gemischt wie die Altersgruppen sind auch die Outfits. Ob Anzug, Camp-David-Hemden oder Vans – an diesem Abend sieht man wirklich alles. Passend zum Motto des Abends hängen an den Decken große Windsurf-Segel und Taucherflossen. Neben der Tanzfläche laufen auf einer riesigen Leinwand Surf-Videos. Die Party macht Spaß und wir würden gerne länger bleiben, doch die Zeit läuft und es geht weiter in den nächsten Club.

Gute Stimmung im attic

01.10 Uhr

Über die Königallee laufen wir zum attic. Die Schlange dort ist kurz und schnell können wir mit dem Aufzug hoch in den Club fahren. Durch einen Gang, der komplett mit kleinen Spiegeln verhängt ist, gelangt man in den Hauptraum. Das Personal am Eingang, im Aufzug und an der Garderobe ist freundlich und gutgelaunt. Nachdem wir unsere Jacken abgegeben haben, stoßen wir auf die Bilder des Fotografen Martin Heck. Im Eingangsbereich, in der Raucher-Lounge und auf den Unisex-Toiletten hängen überall Fotos von Männern mit Bart. Die kleine Ausstellung mit dem Namen „Beartiful“ sieht gut aus und verkürzt die Wartezeit beim Anstehen an der Theke und der Garderobe. Der Ausblick im attic ist unschlagbar, denn im Obergeschoss des Kaufhof-Gebäudes hat man einen tollen Blick auf die Düsseldorfer Innenstadt bei Nacht. Im Club läuft Hip-Hop mit starkem Bass und schnellen Liederwechseln. Eine richtige Tanzfläche gibt es nicht. Stattdessen stehen überall vereinzelt kleine Gruppen, die sich unterhalten. Das Publikum ist jung, aber nicht zu jung, gut angezogen, aber unangestrengt. Air Maxx, Vans und High-Heels mit Nieten scheinen hier zum Dresscode zu gehören. Gegen zwei wird der Club richtig voll, doch wir müssen uns auf den Weg zur nächsten Party machen.

Rudas Stuidos: Die Spitze des Stilbergs

2.15 Uhr

Mit dem Taxi fahren wir zum Medienhafen in die Rudas Studios. Dort ist heute “Candy Shop Party”, eine besondere Reihe, die neben Düsseldorf auch in Köln und München stattfindet. Im Gegensatz zum attic ist das Personal hier weniger gut gelaunt, doch wir lassen uns nicht beirren und gehen gespannt auf die Tanzfläche. Eines ist sicher: Overdressed kann man hier gar nicht sein! Auch an Make Up wurde keinesfalls gespart. Einen bestimmten Stil in Sachen Kleidung kann man nicht ausmachen. Manche tragen silberne Paillettenkleider oder Sakko, andere ausgefranste Jeansshorts mit Nieten oder T-Shirt. Hauptsache man fällt auf. Die Stimmung im Club ist unglaublich. An der brechend vollen Tanzfläche merkt man, dass die Leute Lust haben, zu feiern. Der DJ auf der Bühne legt ein Mix aus House, R’n’B und Hip-Hop auf. Über die Tanzfläche laufen oberkörperfrei durchtrainierte Männer mit Fliege und einem Tablett – passend zur Party – voller Süßigkeiten. Die Musik und die Stimmung sind so gut, dass wir uns nicht einmal das Freigetränk an der Bar holen. Gegen halb vier leert sich die Tanzfläche langsam und auch bei uns machen sich die hohen Absätze bemerkbar. Dass wir damit nicht alleine sind, sehen wir beim Rausgehen. Vor den Türen werden überall Chucks und Ballerinas für den Heimweg ausgepackt.

Route 1 im Überblick

Nachtresidenz
Adresse: Bahnstraße 13-15
Betreiber: D. Hanhardt / W. Henkenjohann
Öffnungszeiten: : Fr und Sa, vor Feiertagen
Musik: House, Pop, R’n’B (5 Areas)
Partyreihen: “Cookies & Cream”, “Pacha Recording” u. a.
Eintritt: meistens 10 Euro

the attic
Adresse: Königsallee 1
Betreiber: Michael und Manuel Markowitz
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa
Musik: House, Techno, Hip-Hop, R’n’B (3 Areas)
Partyreihen: „Un.(art)ig“, „Drunken Monsters“, „Oldschool“ u. a.
Eintritt: Mi 5 Euro, Fr&Sa 10-15 Euro je nach Veranstaltung

Rudas Studios
Adresse: Zollhof 11
Betreiber: Düsseldorfer Rhein Gastronomie GmbH
Öffnungszeiten: Di, Sa und teilw. Fr
Musik: Live-Musik, House, R’n’B (2 Areas)
Partyreihen: “Fresh Music Live”, “Afterwork”, “Candy Shop” u. a.
Eintritt: Di 5 Euro plus Mindestverzehr, Fr&Sa 15 Euro

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