Monster Magnet: Ein Leben in der Filterblase

Monster Magnet | Foto: John Jeffreys

Zum ersten Mal waren Monster Magnet im April 1992 im coolibri-Sektor zu Gast, damals spielten sie im alten FZW in Dortmund am Neuen Graben. Seitdem ist die Band zu einer festen Institution geworden. Nun sind sie wieder hier und servieren eine gewohnt gute Portion Space-Rock.

In jungen Jahren war Sänger Dave Wyndorf Fan von Bands wie Hawkwind, MC5, 13th Floor Elevators und Black Sabbath – und er probierte seine Vorlieben in einem hardrockigen Sound zu offerieren. Die kürzlich erschienene „Mindfucker“-Platte ist das zehnte Studioalbum in der fast 30-jährigen Bandgeschichte. Dave probiert sein Leben auf eine Formel zu bringen: „Für mich ist es schwer unser Werk richtig einzuordnen, denn wir leben ja schon in einer sehr eigenen Filterblase. Gerade wenn du auf Tour bist, siehst du Clubs, Backstageräume und Hotels – das ist aus der Sicht des Rockmusikers schon ein privilegiertes Leben. In meiner Wahrnehmung waren Monster Magnet noch nie Vorreiter des Zeitgeistes – und so wird das auch bleiben.“

Ihr erstes Album „Spine Of God“ von 1991 hat mit seinem rohen Gitarrensound schon Standards geschaffen und gilt ein bisschen als der Kronprinz des Stonerrocks. „Wenn es unbedingt ein Album sein soll“, sagt Dave, „was in unserer Geschichte von einem besonderen Glanz umweht wird, so würde ich doch eher ,Dopes To Infinity‘ aus dem Jahr 1995 vorschlagen. Wir hatten damals einen tollen kreativen Output und sind mit viel Spaß und Freude im Studio gewesen. Eine Platte, wo das überhaupt nicht so richtig geklappt hat, das waren die Aufnahmesessions im Frühjahr 1993 zu ,Superjudge‘.“ Überhaupt hat sich das Leben der Bands in den letzten zwei Dekaden sehr verändert. Dave erklärt: „Wir touren mehr denn je, denn für Plattenaufnahmen kriegst du kaum noch Geld. Wo es früher unglaubliche Vorschüsse für Albenproduktionen gab, ist das im Spotify-Zeitalter passé. Als Band bist du heute gezwungen ständig Konzerte zu spielen, denn nur mit diesen Gagen und den Merchandising-Einnahmen kannst du noch Geld verdienen. Aber ich möchte nicht verhärmt klingen, oder so. Ich bin schon zufrieden, wie es derzeit läuft.“Wie sein Leben fern der Band aussieht, erklärt Dave wie folgt: „In meiner Jugendphase habe ich mich mit LSD zugeknallt und dann probiert diese wirren Phantasien in eine Art Short Stories umzumünzen. Heute sind diese wilden Zeiten definitiv vorbei. Wenn ich zuhause bin, fahre ich mal mit dem Rad irgendwo hin und lese viel.“

Derzeit interessiert sich der Altrocker für die amerikanischen Präsidenten: „Es gibt leider nicht den Prototypen der Retters, der alles gut macht. Das trifft weder auf John F. Kennedy, noch auf Jimmy Carter oder Ronald Reagan zu. Der letzte wirkliche Erneuerer war Lyndon B. Johnson. Er beendete die Diskriminierung der Schwarzen Mitbürger und sorgte für ein anständiges Gesundheitswesen. Mit Trump sind wir nun wieder in der Steinzeit angekommen. Aber irgendwo ist das auch das Wesen der Amerikaner: Sie lieben die Quantität. Denn sie hätten immer lieber 90 herunter gesetzte Sonderangebote als zwei echte Sahnestücke.“ Peter Hesse

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