Utopisch hart: Trivium in der Turbinenhalle

Trivium | Foto: Justin Boruck

Sci-Fi-Metal: Mit acht Studioalben gehören die US-Metaller Trivium im Genre der harten Riffs zu den modernsten Vertretern ihrer Gattung. Aus Metalcore, Bay Area-Thrash und Nickelback-Melodien, sowie einer ordentlichen Ladung Science-Fiction in den Textinhalten, haben sie einen utopischen Stil geschaffen, der bei Fans und Musiker-Kollegen sehr beliebt ist. So unterschiedliche Bands wie Slipknot, Killswitch Engage oder Amon Amarth gehören zu den Fans der Band um Frontmann Matthew Heafy.

Sie erlebten schon Höhen und Tiefen im Musik-Business. Besonders hohe Wellen schlug eine Geschichte während eines Ozz-Festivals. Unterschiedliche Auffassungen zwischen der Gattin Sharon von Ozzy Osbourne („My Wife & Manager“), sowie Iron Maiden zerrieb im Sommer des Jahres 2005 die Bands innerhalb dieses Billings. Trivium stellten sich auf die Seite der „eisernen Jungfrauen“: „Wir traten damals in Iron Maiden-Shirts auf und positionierten uns mit ein paar Coverversionen auf der Bühne. Das zog allerdings noch einen ziemlichen Ärger mit der Osbourne Familie hinter sich her“, so erinnert sich Trivium-Frontmann Matthew Heafy. Doch aus heutiger Perspektive mutet diese Episode wie eine Kinderkrankheit an: muss zwar nicht sein, doch langfristig stärkt das die Abwehrkräfte: „Ich dachte in den letzten 15 Jahren immer wieder mal darüber nach, ob wir elementare Schritte innerhalb unserer Karriere verkehrt gemacht haben. Mit wenigen Ausnahmen bin ich aber ziemlich zufrieden.“

Privat liebt der Heavy-Metal-Freak vor allem das Star-Wars-Epos: „Wenn ich mal betrübt bin, ist das immer so etwas wie der letzte Strohhalm für mich – und direkt geht es mir besser. Wenn ich an Star Wars denke, denke ich vor allem an die vierte bis sechste Episode. Dort haben die handelnden Charakterköpfe noch den bestmöglichen originalen Drive, der irgendwann von George Lucas in den 1970er Jahren ausgedacht wurde.“ Auch als Musikfan hat Matthew einen sehr eigenen Geschmack: „Ich habe eine riesige Black-Metal-Sammlung, die wirklich sehr groß ist. Es sind meistens Nachpressungen, die Originale sind ja kaum noch bezahlbar.“ Außerdem hat der Metallica-Fan eine riesige Schallplatten-Sammlung geerbt: „Meine Schwiegermutter wollte den ganzen Krempel nicht mehr haben und hat unserem Haushalt ihre kompletten Vinyl-Editionen vererbt, die sie von ihrer Kindheit an gesammelt hat.“

Neben Rock und Pop aus mehreren Jahrzehnten, finden sich viele Kiss und Fleetwood Mac-Einzelstücke darunter, aber auch typische Classic-Rock-Vertreter wie Boston oder Bob Seger. Matthew unterstreicht, dass er kein Fan von eng gesteckten Genre-Abgrenzungen ist: „Auch im Klassik- und Country-Bereich habe ich schon so manche Perle entdeckt, die ich nicht missen möchte. Irgendwann will ich mich in nächster Zeit auch mal mehr mit der Popkultur der 1940er und 1950er Jahre beschäftigen – diese beiden Jahrzehnte erscheinen mir in der Retrospektive ziemlich reizvoll“, so Matthew. Doch derzeit steht erstmal das 2010er-Jahrzehnt im Fokus, denn die Band ist bald in unseren Breitengraden unterwegs und will noch ein paar Songs dafür üben: „Früher sagte man immer: wer übt, kann nichts! Leider stimmt das überhaupt nicht.“ In früheren Zeiten hatten sie gerne mal „Master of Puppets“ von Metallica oder „The Trooper“ von Iron Maiden als Coverversionen im Set – vielleicht taucht da noch die ein oder andere Überraschung im Zugabenblock auf. Warten wir es einfach mal ab. Peter Hesse

coolibri verlost 3x2 Karten für das Trivium-Konzert in Oberhausen am 12.3. auf coolibri.de

Konzertreviews

Comedy & Co | Dortmund

PoKcal 2018: Juri von Stavenhagen ergattert den Sieg

Fünf Finalisten traten am Samstagabend, 28.4., im Dortmunder Kulturort [mehr...]
Konzert | Essen

Christian Steiffen in Essen: Ein unwahrscheinlich philosophischer Konzertbericht

Christian Steiffen, der „Arbeiter der Liebe“ unter den deutschen [mehr...]
Musik | Konzert | Düsseldorf

Auf Rädern: Marilyn Manson in Düsseldorf

Die einen fluchten. Die anderen jubelten. Marilyn Manson gastierte am [mehr...]
Köln

Fotostrecke: London Grammar im Palladium Köln

Kraftvoll, einfühlsam, bewegend: London Grammar haben am Samstag, den [mehr...]
Musik | Konzert | Krefeld

Alice Cooper – Böse Überraschungen

Alice Cooper ist ein Unikat des Bösen, seine Shows sind legendär und [mehr...]