Zukunft ungewiss: Abschied im Marx-Haus

Abschied: "Wenn die Häuser Trauer tragen" | Foto: Hendrik Scheel

Trauer, Verlust, Neuanfang: Im Rahmen des „Impulse Theater Festivals“ setzen sich sechs Künstlerkollektive mit diesen Themen auseinander. Hintergrund: Das Marx-Haus, Heimat für verschiedene gemeinnützige Institutionen, darunter das FFT JuTa, soll verkauft werden, die Zukunft ist ungewiss.

Das Gebäude an der Heinrich-Heine-Allee ist vielen Düsseldorfern als „Persil-Haus“ bekannt, prangt doch an dessen Front seit mehr als 50 Jahren ein Leuchtreklame-Schriftzug für das Waschmittel. 1924 errichtet, war es eines der ersten Hochhäuser der Republik. Ein geschichtsträchtiger Ort. Umso trauriger, dass die Stadt es nun verkaufen möchte. Was wird aus den dort ansässigen Institutionen? „Wenn die Häuser Trauer tragen“ soll ein gebührender Abschied von den alten Gemäuern werden. Künstlergruppen und Nutzer des Hauses erarbeiten Performances, Führungen und Abschiedspfade.

Das Duo „Quast & Knoblich“ schlüpft für seine Arbeit in verschiedenen Rollen. Neulich noch designten ihre Alter Egos Hen und Mai in den Kammerspielen Fingernägel, nun bekleiden sie das Amt des Diversity-Beauftragten der Stadt. „Wir hoffen, dass wir einen Dialog zum Thema Diversity anstoßen und Geschlechterrollen auf progressive Art hinterfragen werden.“ Zusammen arbeiten sie dafür mit der Gleichstellungsbeauftragten Elisabeth Wilfart.

Das Gebäude, um das es geht, kennen die beiden Wahl-Berliner von Gastspielen in der Stadt. Knoblich: „Mit den Initiativen im Gebäude sind wir aber erst jetzt durch das Stadtprojekt in Kontakt gekommen.“ Dass der Verkauf ansteht, sieht auch sie kritisch: „Auffällig ist, dass gerade den Initiativen, die weniger lokalpolitischen Rückhalt haben, die Grundlage, der Raum für die Arbeit verunsichert wird.“ Mit der Performance will das Duo auch darauf aufmerksam machen. Beide Figuren haben unterschiedliche Ansätze, die Position des Diversity-Beauftragten auszufüllen: „ Hen blickt nostalgisch auf den Auszug aus dem Wilhelm-Marx-Haus, während Mai es kaum erwarten kann, Diversity radikal neu zu definieren.“ Die Aktion geht über acht Tage, Höhepunkt ist ein großes Fest am 24.6.

Konzertreviews

Comedy & Co | Dortmund

PoKcal 2018: Juri von Stavenhagen ergattert den Sieg

Fünf Finalisten traten am Samstagabend, 28.4., im Dortmunder Kulturort [mehr...]
Konzert | Essen

Christian Steiffen in Essen: Ein unwahrscheinlich philosophischer Konzertbericht

Christian Steiffen, der „Arbeiter der Liebe“ unter den deutschen [mehr...]
Musik | Konzert | Düsseldorf

Auf Rädern: Marilyn Manson in Düsseldorf

Die einen fluchten. Die anderen jubelten. Marilyn Manson gastierte am [mehr...]
Köln

Fotostrecke: London Grammar im Palladium Köln

Kraftvoll, einfühlsam, bewegend: London Grammar haben am Samstag, den [mehr...]
Musik | Konzert | Krefeld

Alice Cooper – Böse Überraschungen

Alice Cooper ist ein Unikat des Bösen, seine Shows sind legendär und [mehr...]