coolibri präsentiert: Feine Sahne Fischfilet

Aber bitte mit Feine Sahne Fischfilet! | Foto: Bastian Bochinski

Sie kommen aus Mecklenburg-Vorpommern und ihnen gelingt irgendwie alles. Denn Feine Sahne Fischfilet sind tolle Jungs, die vieles richtig machen. Und zudem mit viel Herz, Humor, Hansa-Rostock-Fantum und Hirn ausgestattet sind. Außerdem tragen sie einen angenehmen Polit-Touch mit sich herum – sie sind keine Oberlehrer die den erhobenen Zeigefinger am Kettcar-Gymnasium erlernt haben. Nein, hier wirkt alles bodenständig und intelligent.

Im vergangenen Jahr nahm sich die Band eine lange Auszeit, wie Sänger Monchi berichtet: „Wir haben uns zurückgezogen und mit unseren Eltern einen eigenen Proberaum gebaut. So viel Zeit, wie für dieses Album haben wir noch nie gehabt und haben dann sehr lange an den Songs und an den Texten gearbeitet.“ Das Album nennt sich „Sturm & Dreck“ und es ist genau so rumpelig und dreckig, wie der ausgeschlagene Backenzahn, der auf dem Cover zu sehen ist. Produziert hat Tobias Kuhn, der auch schon für die Toten Hosen, Udo Lindenberg oder Sportfreunde Stiller gearbeitet hat.

Den Vorpommern-Punks hat er für diese neue Platte einen sehr offenen und direkten Sound gezaubert, der schroff und gewollt ungerade klingt. „Tobias hat sehr schnell verstanden, was wir wollen und was uns wichtig ist. Dass es stürmisch und dreckig klingt – und nach vorne geht.“ Sicher hätten Feine Sahne mit großer Fancrew in der Hinterhand auch zu einem großen Majorlabel gehen und ein blitze-blank poliertes Skapunk-Album aufnehmen können – aber sie bleiben der sympathischen Indiefirma Audiolith treu und machen weiter Rumpelkammer-Punkrock mit Bläsersätzen. Das ist sehr erfreulich und auch sehr erfrischend, denn es unterstreicht die hemdsärmelige Haltung der Band. „Wenn ich irgendwie Zeit hab, gehe ich auch zu den Spielen von Hansa Rostock, das muss einfach sein“, sagt Monchi und beschreibt damit ganz gut sein unprätentiöses Selbstverständnis. Außerdem gehen die Bandmitglieder im Sommer gerne zum Baden an die Ostsee und treffen sich abends zum Grillen. „Aber wir brauchen auch mal eine Auszeit voneinander, gerade auf Tour hängen wir ja immer unglaublich lange intensiv zusammen herum.“

Auf ihrer letzten Tour hat Monchi im Dortmunder FZW live auf der Bühne erzählt, wie er sich nach einem Auswärtsspiel beim BVB daneben benommen hat und seine Eltern ihn dann bei der Polizei abholen mussten. Beim letzten Aufenthalt in Dortmund gaben sie an Weihnachten den Support bei den Toten Hosen in der Westfalenhalle und auf der Bühne mächtig Gas: „Wir sind mit Alben wie „Opel-Gang“ groß geworden und es ist extrem spannend für uns gewesen, mit den Toten Hosen zusammen aufzutreten. Sie sind wirklich sehr angenehme Typen. Wir sind sogar in Wien in der Stadthalle gewesen, das war ein unglaubliches Erlebnis.“ Hinter den Kulissen gab es aber ein kleines Drama, gibt der Frontmann augenzwinkernd zu verstehen: „Ich wollte Kuddel von den Hosen im Tischtennis abziehen, aber das habe ich leider nicht geschafft.“ So ist das: Pech im Spiel, Glück auf der Bühne. Denn da reißen sich die Fischfilets wirklich ein Bein aus und sorgen mit Mitgrölhymnen immer für anspruchsvolle Partystimmung. Peter Hesse

Feine Sahne Fischfilet: 3.3., Phoenixhalle, Dortmund; 27./28.7. Juicy Beats, Westfalenpark, Dortmund

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