Dropkick Murphys: Konzeptlos

Das letzte coolibri-Gespräch mit den Bostoner Irish-Folk- und Streetpunk-Rock’n’Rollern endete mit einer Liebeserklärung von DM-Sänger Al Barr an jene US-Ostküstenmetropole, welche uns dann den unterklassigen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney bescherte.

Nicht von dessen Persönlichkeit war Barr allerdings so angetan, aber von den vielen geschichtsträchtigen Orten, die man in Boston auf dem Freedom Trail unweigerlich passiert, und auch von der kulturellen Vielfalt, die die Hauptstadt des Bundesstaates Massachussetts für sich beanspruchen kann, den herrlichen Küstenlandschaften und den freundlich umherspringenden Buckelwalen vor Cape Cod.

Ken Casey jedoch, Bassist und ebenfalls Stimme der Dropkicks, muss im aktuellen Gespräch mit coolibri kleinlaut zugeben, dass er den berühmten Weg in Boston noch nie gegangen ist, verspricht aber, es schnellstens nachzuholen, da Kollege Al ihn so angepriesen habe: „Die sehenswerten Dinge gleich um die Ecke werden immer gern vernachlässigt“, stellt Ken richtig fest. Genauso wie er und seine Männer in der Band sich vier Jahre Zeit ließen, um nach THE MEANEST OF TIMES mit dem Konzeptalbum GOING OUT OF STYLE um die Ecke zu kommen. „Ein wichtiges Album für uns, und die Idee, das komplette Album am Stück live zu spielen, ist nach wie vor verlockend für uns“, meint Ken Casey, „aber nach der Veröffentlichung und den vielen Tourneen kam auch schnell der Zeitpunkt, an dem uns klar wurde, dass der Nachfolger recht zügig folgen und keineswegs einem weiteren Konzept unterliegen sollte. Wir waren begeistert von dem Gedanken, einfach drauflos zu spielen und uns um nichts als gute Songs kümmern zu müssen.“

So kam, was kommen musste: SIGNED AND SEALED IN BLOOD ist purer Dropkick-Murphys-Spaß mit Mitsing- und Schunkelnummern in allerbester Irish-Folk-Punkrock-Tradition, hörbar geprägt auch von den großen Vorbildern der Band, wie etwa The Clash. Womit wir bei einem Bekannten der Band angekommen wären, den Ken und Kollegen deshalb so schätzen, „weil er in der Tradition von Joe Strummer und anderen Musikern aus der frühen Londoner Punkrockszene verwurzelt ist“. Von Frank Turner ist die Rede, „und wir sind mächtig froh, dass Frank und seine Band mit uns nach Deutschland kommen, wo wir ohnehin die treuesten und agilsten Fans haben!“

SIGNED AND SEALED IN BLOOD (Born Bred/Coop/Universal)

Teil 2 des Musikspecials: Frank Turner

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