Betontod: Hart im Nehmen

Als die fünf Rheinberger Herren sich zum ersten Mal an den ebenso erfahrenen wie begehrten Produzenten Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo) wandten, wurden sie kalt abserviert: Noch nicht reif für eine von ihm zu verantwortende Produktion urteilte der Profi kurzerhand und schickte Betontod damit allerdings keineswegs in eine Krise, wie deren Bassist Ado im Gespräch mit coolibri-Schreiber David Wienand verrät.

„Wahrscheinlich wären andere Bands daran zerbrochen, denn ein solches Urteil aus berufenem Munde ist schon niederschmetternd“, sieht Ado die Dinge durchaus realistisch. „Aber vielleicht zeichnet es gerade uns aus, dass wir Vinces Meinung als Ansporn genommen haben, es ihm und allen anderen Zweiflern zu beweisen, dass wir es besser können!“

Seit 1990 nämlich sind die fünf niederrheinischen Herren nämlich bereits zunächst als Punkrocker mit deutschen Texten unterwegs. 1992 erschien das Debüt NIEDER MIT DEM VERSTAND noch als Demo-MC, 1999 erst folgte das erste CD-Album HIER KOMMT ÄRGER.

Bemerkenswert ist, dass Betontod im zwanzigsten Jahr nach der Erstlings-MC dann doch noch der Ritterschlag durch Vincent Sorg erteilt wurde, denn Ado, Sänger Meister, die Gitarristen Eule und Mario Schmelz sowie Trommler Maik Feldmann machten sich noch ein zweites Mal mit neuen Songs auf den Weg nach Senden in die berühmten Principal Studios, und dieses Mal nicht vergebens: „Vince hat nur kurz reingehört in die neuen Songs und sofort ja gesagt“, erinnert sich Ado an diese zweite Begegnung, aus der das aktuelle Album der Rheinberger, ENTSCHULDIGUNG FÜR NICHTS, resultierte.

Nun nämlich klingen Betontod genau nach den Vorstellungen der fünf Musiker: Die jugendliche Wildheit, die sie für junge Rockfans bis dahin zu einer attraktiven Alternative zu den Hosen oder ähnlichen älteren Bands machten, ist zwar nahezu dahin und lugt nur noch in wenigen Momenten durch die aktuellen Tracks von ENTSCHULDIGUNG … Dafür ist das Spektrum breiter geworden, die Ballade klingt satter, die härteren Songs sind mehr in der Spur, sauber produziert und wohl abgewogen zwischen politischen Tracks und bierseligen Mitsingnummern. „Hat es alles in dieser Variationsbreite schon auf früheren Alben von Betontod gegeben“, merkt Ado an; jedoch hat der ersehnte Vincent Sorg seine unverkennbaren Spuren hinterlassen – zum Guten, weil er der Band neue Konturen verpasst, ihr beim Erwachsenwerden ein wenig unter die Arme gegriffen und mit frischen Ideen versorgt hat.

Ein bisschen auf der Strecke geblieben ist der rohe Charme der Band, die von und durch die Begegnung mit Sorg aber das Selbstvertrauen und Stehvermögen erhalten hat, es beim nächsten Mal wieder mehr krachen zu lassen!

ENTSCHULDIGUNG FÜR NICHTS (Better Than Hell/Edel)

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