Guano Apes: Gutes Gefühl

| Foto: Daniel Cramer

Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges habe sich die Band „zurückgezogen“, heißt es im Info zu ihrem im letzten Jahr erschienenen Reunion-Album BEL AIR. Ein Euphemismus, denn die Guano Apes waren zwar sehr erfolgreich, aber auch tief zerstritten, als sie 2006 in zwei Teile zerbrachen: die Herren auf der einen und Sängerin Sandra Nasic auf der anderen Seite.

„Damals sind viele unschöne Dinge passiert, die uns heute sicherlich nicht mehr unterlaufen würden“, ist sich Sandra Nasic sehr sicher. „Da ist einiges außer Kontrolle geraten, und der Bruch hat sich als sehr heilsam erwiesen, denn jeder von uns hat in der Zwischenzeit so seine unterschiedlichen Erfahrungen gemacht und aber auch die Feststellung getroffen, dass er ohne die anderen nicht kann.“

Zunächst probierte man es auf einigen Festivals wieder miteinander, befand, die Harmonie und die alte Spielfreude waren wieder da, und es stellten sich auch bereits die ersten Ideen für neue, gemeinsame Songs ein. „Das alles ging eigentlich sehr schnell, und die alten Streitereien waren Schnee von gestern“, erzählt Sandra. „Klar war uns nur, dass wir die wilden Jahre hinter uns gelassen hatten, sowohl musikalisch als auch als menschlich. Insofern ist BEL AIR das Statement dazu, wie wir uns im Moment sehen, wo wir stehen. Die Songs basieren auf der Energie unserer Anfangsjahre, sind aber auch Ausdruck eines gereiften Songwritings durch jahrelange Erfahrung.“

Tortenschlachten wie noch bei so mancher früheren Edelmetallverleihung werden demnächst bei den Guano Apes sicherlich nicht mehr stattfinden, wenngleich die Band Edelmetall durchaus wieder im Blick hat: Als Gold-Edition nämlich gibt es BEL AIR ebenfalls, mit einer Bonus-DVD zum regulären Album, die ein Making-Of … enthält, Videos-Clips und Live-Mitschnitte.

Zum zweiten Teil ihrer BEL AIR-Tour muss es ja neues Futter geben für die Fans, die der Band in den Jahren nicht weg gelaufen sind. „Was uns natürlich gefreut und den Neuanfang leichter gemacht hat“, ist sich Sandra sehr sicher. „Natürlich haben wir auch darüber nachgedacht, ob die Leute uns überhaupt noch hören wollen und unsere Musik die alten Fans und vielleicht – oder hoffentlich – sogar neue erreicht. Aber ausschlaggebend war letztendlich doch ein Gefühl, nämlich ein sehr gutes, das alle vier, Dennis, Henning, Stefan und mich gleichermaßen, beschlich: Wir wollen wieder als Guano Apes zusammen Musik machen, weil es sich einfach gut für uns anfühlt!“

DW

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