Traumzeit 2017: Diese Bands dürft ihr nicht verpassen

Milky Chance | Foto: Universal Music

Für das herrliche Traumzeit Festival spricht so viel: Eine einmalige Location mit beeindruckender Industriekulisse, entspannte Stimmung, leckeres Essen und - natürlich - beste Musik. Welche ihr davon warum auf gar keinen Fall verpassen solltet, zeigen wir euch hier.

The Slow Show (Fr, 21:15h, Giesshalle)

The Slow Show spielen auf euren Gefühlen, wie andere auf den Saiten einer Gitarre. Mal melancholisch, dann wieder wunderschön verträumt und schon im nächsten Moment todtraurig. Oder alles auf einmal und dabei gleichzeitig lebensfroh lächelnd. Getragen von feinsten Poparrangements mit Gitarren-, Bläser- und Pianoklängen ist es dabei vor allem die gar unwirklich tiefe Stimme von Sänger Robert Goodwin die für Gefühlstaumel vor der Bühne sorgt. Wir wiederholen das Adjektiv gerne nochmal: Wunderschön!

Shout Out Louds (Fr, 22:30h, Cowperplatz)

Seit einer gefühlten Ewigkeit halten die schwedischen Shout Out Louds die Fahne des guten Indierocks hoch. Mit perfide gut geschriebenen Songs sorgen sie für genauso viele tanzbare wie tränenproduzierende Konzertmomente. Das verklemmte Auf-die-Füße-starren des Indiegenres schütteln die Stockholmer dabei mit Schellenkranz und Gitarrenriffs von sich. Da ein neues Album ansteht, darf man sich auf neues Material freuen. 

Walking On Rivers (Sa, 16h, Giesshalle)

Diese jungen Dortmunder Folk-Rocker singen Lieder, die so schön sind wie dahinfließendes Herbstlaub auf klaren Bergbächen. Wer sich während der Traumzeit in den warmen Sound verliebt, kann sie wenig später bei Bochum Total auf unserer coolibri-Stage im Riff sehen!

Von wegen Lisbeth (Sa, 19h, Cowperplatz)

Freche Texte, forsche Sounds und massig Live-Energie: Von wegen Lisbeth zeigen im Jahrzehnt des peinlichen Deutschland-Pops wie richtig gute deutschsprachige Musik klingen muss. Ohne Gnade oder Zurückhaltung singen die Berliner vom Studileben, von politischen Undurchsichtigkeiten oder von Territorialansprüchen in der Eckkneipe. Macht Spaß, ist tanzbar und sorgt für Schmunzeln. Sexy.

Amanda Palmer (Sa, 20h, Giesshalle)

Über die gute Frau Palmer haben wir einen ganzen Aufsatz verfasst. Hier nachlesbar.

16.-18.6., Landschaftspark, Duisburg

Kein Produkt von der Stange: Amanda Palmer beim Traumzeit

Früher musizierte sie mit den Dresden Dolls, seit 2008 tritt Amanda Palmer vorwiegend als Solo-Künstlerin auf: manchmal in Begleitung von ihrem Vater und aktuell mit dem belgischen Musiker Edward Ka-Spel. Mit einem stimmungsvollen Set zwischen Kammermusik und Pop gehört sie zu den außergewöhnlichsten Acts auf dem diesjährigen Traumzeit Festival. [mehr...]


Tom Odell (Sa, 21:45h, Cowperplatz)

Tom Odell bringt die ganz große Pop-Musik nach Duisburg. Neben dem Überhit "Another Love" brilliert der 26-Jährige mit allerhand Songs, die sowohl unwiderstehliche Ohrwürmer, als auch ausgetüfteltes Liedgut sind. Besonders mit seinem neuen Album "Wrong Crowd" beweist er perfektioniertes Songwriting und beeindruckende Poppower. Man darf sich feste freuen. Live überzeugt er mit kompromissloser Hingabe - da werden schon mal Stimmbänder überschlagen, sich die Seele aus dem Leib gerissen und Pianotasten verprügelt. Freude!

East Indian Elephant (So, 16h, Gasometer)

Noch eine dieser regionalen Nachwuchsbands, die mit ihrem ausgeklügelten Indiesound auf die ganz großen Bühnen gehören. Wir lassen uns da nicht lumpen: Auch East Indian Elephant spielen auf unserer coolibri-Stage@Riff bei Bochum Total.

Gurr (So, 16h, Giesshalle)

Dieses Damenduo aus der Hauptstadt bringt garagigen Pop mit Schlurrfaktor. Klingen will das nach Rrriot-Girl-Punk mit Pop. Janz schön fresh! 

Giant Rooks (So, 18:45h, Cowperplatz)

Überall und allerorts wurde diese junge Truppe aus Hamm schon gelobt und bejubelt. Kein Wunder! Ihre Indiemukke, die sie als Art-Pop bezeichnen, klingt kreativ, unverbraucht und mysteriös. Gänsehaut und Traumzustand gehen hier Hand in Hand. Der perfekte Soundtrack für das Traumzeit Festival also! 

Milky Chance (So, 21:45h, Cowperplatz)

Vor einigen Jahren spielten Milky Chance in der Bochumer Zeche - damals war das blutjunge Folktronica-Duo kaum bekannt, die meisten Konzertbesucher warteten nur auf "Stolen Dance", man gab sich schüchtern und überwältigt. Nur eine Sekunde später explodierte um die Kasseler die Welt - die Sucht nach ihrem unverkrampften Mix aus Folk und elektronischen Elementen griff erst in Deutschland um sich, bald folgte ganz Europa, die USA, Australien, der Globus. Anfang 2017 warfen sie ihr zweites Album auf den Markt und bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege sind. Ihr Sound ist gewachsen, ist vielschichtiger, weiß aber auch, wie man sich zurücknimmt. Und irgendwie ist es doch auch unheimlich aufregend, dass ein deutscher Indieact weltweit für Aufsehen sorgt. Live dürfte ihnen vor allem die intime Atmosphäre beim Traumzeit-Festival gut stehen.

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