Schwebezustand: düsseldorf festival!

Schwerelos: Die NoGravity Dance Company | Foto: Manuela Giusto

Zum mittlerweile 27. Mal laden Christiane Oxenfort, Andreas Dahmen und ihr Team zum düsseldorf festival! Vom 13.9. bis zum 2.10. bespielt das Festival, das alteingesessenen Kulturliebhabern auch als „Altstadherbst“ ein Begriff ist, die ganze Stadt. Das Epizentrum des Ganzen ist aber, wie auch schon in den Jahren zuvor, das Zelt auf dem Burgplatz. Das düsseldorf festival! hat sich mit der Zeit zum Treffpunkt für internationale und deutsche Ensembles gemausert, vor allem Tanz, Theater und Niveau Cirque sind im Programm vertreten.

Europa-, Deutschland und NRW-Premieren gibt es beim düsseldorf festival! zu sehen. Um diese Perlen zu finden, reisen Oxenfort und Dahmen um die Welt, besuchen Festspiele, entdecken Straßenkünstler und spannen so ihr Netzwerk in der internationalen Szene. Oxenfort ist, wie ihr Kompagnon Dahmen, seit dem Geburtsjahr für das Programm verantwortlich. Während ein festes Team die beiden unterstützt, können diese sich ganz der Talentsuche hingeben. Bühnenschätze haben sie wieder reichlich ausfindig gemacht. „Es ist immer ganz schwer, nicht eine Lieblingsproduktion zu haben“, schmunzelt Oxenfort. „Ich könnte über jedes Ensemble Stunden schwärmen.“

Schwerelos
Den Auftakt macht die NoGravity Dance Company am 13.9. Das Ensemble aus Rom verbindet barocke Musik mit Akrobatik und spektakulären Kostümen. In 13 kleinen Sequenzen schweben die Artisten, begleitet von zwei Sängern und einem Barock-Orchester in aufwendigen Gewändern, durch das Festzelt. Ihr Stück „Aria“ feiert am Burgplatz Deutschlandpremiere. „Das Ganze ist sehr italienisch, opulent, sinnlich. Und auch witzig“, berichtet Dahmen. Am 16.9. ist Kader Attou mit seiner Compagnie Accrorap an selber Stelle zu Gast. Schon zum zweiten Mal bringt er zusammen mit 16 weiteren Tänzern seine Interpretation von Breakdance auf die Bühne des Festival-Zeltes. Ursprünglich entstanden in den Banlieues, den Vorstädten französischer Metropolen, ist die Gruppe mittlerweile eine etablierte Größe in der HipHop- und Street-Culture-Szene. „Opus 14“ zeigt Momentaufnahmen. „Attou versucht immer, die neusten Strömungen im Hip-Hop aufzunehmen“ berichtet Oxenfort.

Mut zum anders-sein
Die koreanische Choreografin Eun-Me Ahn ist berühmt für ihre exzentrischen und provokanten Stücke. Am 26. und 27.9. präsentiert sie den Auftakt zu ihrer neuen Trilogie erstmals in Europa. „Different People“ heißt das Werk, in dem sehende und blinde Tänzer gemeinsam auf der Bühne agieren.

Different People | Foto: Young Mo Choen

Gospel-Feeling am Rhein
Auch die Musik kommt nicht zu kurz: Cory Henry, Organist der Jazz-Senkrechtstarter Snarky Puppy, beehrt am 21.9. das rheinische Publikum. „Wir wünschen uns seit Jahren, Snarky Puppy buchen zu können. Leider sind die mittlerweile eine Kragenweite zu groß“, erzählt Dahmen lachend. Henry entlockt seiner Hammond B3, ein so großes Spektrum an Klängen, dass man sich mal in einer Gospelkirche im tiefsten Brooklyn wähnt, dann wieder in einem Jazzclub in New Orleans. Dimitri de Perrot indes macht in seinem Stück „MYOUSIC“ das Publikum zum Teil seiner Komposition. Zusammen mit Drummer Julian Sartorius installiert er Klangkörper und Klangerzeuger im Raum und lässt diesen lebendig werden. Gastgeber für diese Performance am 14., 15. und 16.9 ist das tanzhaus NRW.


düsseldorf festival: 13.9.-2.10., verschiedene Orte, Düsseldorf;


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