Olgas Rock: Faber sorgt für Suff- und Puff-Gedanken

| Foto: © Fabien J. R. Raclet

Irgendwo zwischen linksliberaler Grundhaltung und verlotterten Suff & Puff-Gedankenspielen platziert Faber seine Sangeskunst. Sein Liedgut klingt dazu mal nach osteuropäischer Folklore, mal nach französischem Chanson. Dieser Sänger aus Zürich ist so etwas wie der Liedermacher der Generation Tinder. 

Nach den Unruhen zum G20-Gipfel geisterte überall der Faber-Song „In Paris brennen Autos“ durch die Medien, den Faber anschließend mit den Worten „...und in Zürich mein Kamin...“ ironisch bricht. Dieser Musiker betritt aber nicht das glatte Plateau des Halbwissens. Er hat durchaus eine kluge Grundhaltung zu politischen Elefantentreffen, die von aggressiven Demonstranten gestört werden: „Bei den Demos die am 1. Mai in meiner Heimatstadt Zürich stattfinden, da läuft es ja nicht viel anders“, sagt er und ergänzt, „denn da kommen die Krawallmacher in die Stadt und lassen die in einem schlechten Licht stehen, die friedlich für eine Sache demonstrieren wollen. Ich glaube, man müsste mal ein Experiment wagen und das Ganze ohne Polizei stattfinden lassen. Ich glaube, da würde nicht so viel passieren, wie in Hamburg.“Nun ist in der norddeutschen Metropole die Lage eskaliert und es wird lange brauchen, bis die Diskussion sich wieder beruhigt. Faber probiert zu relativieren: „Trotzdem ist bei diesem Gipfel nichts Wichtiges entschieden worden, was der Welt weiterhelfen würde. Niemand wagt wirklich etwas Bahnbrechendes zu sagen.“ Seine Stimme ist tief und dunkel und es ist kaum zu glauben, dass dieser Neo-Chanson-Interpret erst 23 Jahre alt ist. Seine Worte klingen abgewogen und pointiert, in seinen Liedern wie im Interview.

Sein Song „Brüstebeinearschgesicht“ beamt Faber in eine Liga zu Nick Cave und Serge Gainsbourg, weil dieser Musiker es schafft, zotiges Gedankengut mit triefendem Blues zu einer überzuckert galligen Mozartkugel zu inszenieren. „Als Musiker brauchst du einen gewissen Druck, damit du dich hinsetzt und was machst. Sich etwas Schweres von der Seele zu schreiben macht ja niemand gerne.“ Ob es einen Song in der Pop- und Rock-Geschichte gibt, den Faber selbst gerne geschrieben hätte? „Hui, da gibt es viele“, sagt er. Die Antwort ist umso überraschender: „Ich hätte gern „Man Down“ von Rihanna verfasst. Das ist ein megageiles Stück.“ 

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