Acht Brücken: Mensch und Maschine

Losse d’r Dom in Kölle: Kammerflimmer Kollektief

Künstler sind stets auch durch die Zeit beeinflusst, in der sie leben. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs etwa wurden Herstellungsprozesse zunehmend automatisiert und technisiert. Die Fließbandfertigung hielt Einzug. All das blieb nicht ohne Wirkung auf Denken, Kunst, Film und Musik des 20. Jahrhunderts, wie die mittlerweile vierte Ausgabe von „Acht Brücken“ beweist.

„Im Puls“ lautet deren Thema. Es geht um das Antonym menschlicher Puls / maschineller Takt, um das Spannungsfeld Mensch und Maschine. Im Zentrum des musikalischen Geschehens steht der ungarische Komponist György Ligeti, dessen Werk durch das Gegensatzpaar Takt und Puls stark geprägt wurde. Er ist mit 24 Kompositionen, die zwischen 1948 und 2001 entstanden, vertreten. Den Puls der Stadt produziert derweil eine Klanginstallation von Ned McGowan und Roland Olbeter. Sie verarbeitet auf der Hohenzollernbrücke Geräusche von Zügen, Passanten und Gesprächen, um sie im Anschluss am Roncalliplatz wieder auszuspucken.

Auch mit den Machern der c/o pop gibt es in diesem Jahr wieder eine Kooperation. Sie verantworten unter anderem den Auftritt des Acid Symphony Orchestra am 3. Mai im Stadtgarten. Unter der Leitung des finnischen Produzenten und DJs Jori Hukkonen bedienen die zehn Ensemblemitglieder allesamt das gleiche Instrument: einen Roland TB-303, einen analogen, monophonen Synthesizer. Drei Tage später, am 6.5., gibt sich mit dem Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe ein echtes Urgestein ein Stelldichein. Im raum13 bringt das Trio, das bereits seit 17 Jahren gemeinsame Sache macht, seine ureigene Melange aus Improvisation, Noise, Elektronik und manchmal sogar Ambient dar.

Und damit ist die Bandbreite von „Acht Brücken“ immer noch nicht komplett umrissen. Das zweite Festival-Wochenende steht nämlich ganz im Zeichen von Afrika. Höhepunkt dürfte der Auftritt von Dobet Gnahoré in der Philharmonie sein. Am 10.5. gastiert die Sängerin und Tänzerin, die von der Elfenbeinküste stammt, aber längst in Europa lebt, gemeinsam mit den vier Percussionisten von Afro Faso Jeunesse in dem klassischen Konzerthaus. Wer jetzt denkt, die Auftritte stünden allesamt zur besten Tagesschau-Zeit auf dem Programm, ist auf dem Holzweg: Beim „Acht Brücken Lunch“ werden täglich schon um 12.30 Uhr musikalische Appetithappen serviert. Und in der Lounge (Festivalzelt im Rheingarten am Heinrich-Böll-Platz) finden ab 22 Uhr Konzerte, Jamsessions und DJ-Sets statt. Der Eintritt hierzu ist erfreulicherweise frei.

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