Rund um Stockhausen: NOW-Festival

Karlheinz Stockhausen lebt seit seinem irdischen Tod auf Sirius | Foto: Stockhausen-Stiftung

Die klassische Musik des 20. Jahrhunderts wird oft als unverständlich, verkopft und schlichtweg „nicht schön“ bezeichnet. Dennoch hat der neue Intendant der Essener Philharmonie Hein Mulders sich vorgenommen, genau dieser Musik mehr Platz im Programm einzuräumen. „NOW! surround sound“ heißt die Konzertreihe, die im Oktober mit einem dreitägigen Festival startet und insgesamt 17 Konzerte umfasst.

Um den Zugang zu Karlheinz Stockhausen, György Ligeti, Iannis Xenakis und Co. zu erleichtern, haben die Konzerte eine thematische Klammer, die ebenso sinnfällig wie spannend ist. Alle Kompositionen beschäftigen sich mit dem Klang im Raum und bieten damit den Zuhörern ein bisschen mehr an Spektakel und einen ganz sinnlichen Zugang, der sich auch ungeübten Hörern erschließt. Und das Thema ist keinesfalls einfach Anbiederung an das Publikum, sondern eines der wesentlichen Projekte, mit dem sich die Komponisten der letzten fünfzig Jahre auseinandergesetzt haben. Gleichzeitig gibt es jedoch auch eine bis in die Renaissance zurückreichende Tradition für den im Raum verteilten Klang, die ebenfalls in der Konzertreihe („Magnificat“, 26.10.) ihren Platz findet.

Den Auftakt bildet jedoch am 25.10. die Aufführung eines ebenso herausragenden wie – wegen des enormen Aufwands – selten gespielten Werkes des 20. Jahrhunderts: Gruppen für drei Orchester von Karlheinz Stockhausen. Mit der Jahrhunderthalle in Bochum verfügt das Ruhrgebiet über eine Konzerthalle, die geradezu ideal für die Raumklang-Visionen Stockhausens ist. Und mit den Essener Philharmonikern, den Bochumer Symphonikern und dem Ensemble musikFabrik auch über ausreichend erstklassige Orchester, die diese Mammutaufgabe stemmen können.

Am 26.10. widmet sich das Konzert „Musikmaschinen“ der mechanischen Klangerzeugung, unter dem Titel „Rituel“ ist ebenfalls am Samstag eines der zentralen Werke von Pierre Boulez zu hören. Am 27.10. folgt dann noch einmal mit „Gesang der Jünglinge“ ein Meisterwerk von Karlheinz Stockhausen, und bei „In Sync“ sind Auftragswerke für das Ensemble musikFabrik zu hören. Seit der legendäre Leiter der Bochumer Symphoniker Eberhard Kloke das Ruhrgebiet verlassen hat, war kein so spannendes Programm neuer Musik mehr im Revier zu hören.

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