Juicy Beats: Freches Früchtchen endlich achtzehn!

Update

Da für Samstag Temperaturen von über 30 Grad angesagt sind, wird es beim Juicy Beats 2013 kostenlose Wasserstationen geben. Also neben dem Eincremen nicht das (Wasser!) Trinken vergessen! Eigene Getränke dürfen weiterhin nicht mitgebracht werden.


Coole Beats, frischer Saft, lila Wolken, neue Kraft: Zur 18. Ausgabe der „Juicy Beats“ lassen sich zwei Trends erkennen. Erstens sind zur Feier der Volljährigkeit außergewöhnlich viele Ruhrgebietskünstler zu bestaunen, die derzeit „international durchstarten wie eine Rakete“ (so Veranstalter Carsten Helmich), und zweitens: Nie war es so wichtig wie heute, möglichst schon mittags im Westfalenpark aufzuschlagen. Um frühzeitiges Erscheinen wird also gebeten!

Auf über zwanzig Bühnen und Floors verwandeln rund vierzig Bands und hundert DJs die grüne Lunge Dortmunds 16 Stunden lang in die farbenfrohste Festival-Location der Republik: Das größte Electronic- und Independent-Music-Festival in NRW lockt 30 000 Besucher an! Um in diesem kunterbunten Gewusel den Überblick zu behalten, wirft coolibri hiermit ein Schlaglicht auf das Live-Programm auf vier Bühnen:

Mainstage

Schon ab 13.15 Uhr strömt an der Mainstage der Saft aus den Boxen und hoffentlich eine mit Picknickdecken bepackte Zuschauerschar auf die Festwiese vor der Hauptbühne, wenn keine Geringeren als Grossstadtgeflüster den diesjährigen Livemusik-Reigen eröffnen, bevor die Essener Hip-Hop-Crew 257ers ihre nach eigener Aussage „völlig behinderten Texte auf Scheißbeats“ vom Stapel lässt und die Crystal Fighters klarstellen: „Love Is All I Got“. Mit exorbitantem Selbstbewusstsein und ’ner Kiste voller Selbstironie rappt dann das Internet-Phänomen Ferdinand Sarnitz alias Left Boy über „Guns, Bitches & Weed“ und kehrt dem raptypischen Ghetto-Klischee neckisch den Nacken zu. Marten Laciny alias Marteria, der auf seinen „Lila Wolken“ lange an der Spitze der Charts verweilte, liebt es ebenfalls, „wenn die Bühne scheppert“, und spielt heute eine exklusive Live-Show. Und am Ende bringt Fritz Kalkbrenner die Mainstage endgültig zum Detonieren. Nach dem illustren Live-Programm präsentiert 1Live hier übrigens erstmals eine große Silent Disco mit über tausend Kopfhörern, bei der Christian Vorbau und Tom Breu zeitgleich auf unterschiedlichen Kanälen auflegen.

Leslie Clio

FZW Stage

Der Gelsenkirchener Christoph Wiegand alias Weekend startet hier pünktlich um 13.30 Uhr die samstägliche Saft-Sause und besticht mit Blumentopf-Humor statt Gangsterpose. Käptn Peng und die Tentakel von Delphi sind derweil die Vollband-Variante der Hip-Hop-Formation Shaban und Käptn Peng. „Ich trage heute Softeis und sonst nichts, cruise durch die Gegend – Flipper und ich!“ stellt danach Publikumsliebling MC Fitti klar, der nicht nur mit seiner Mofagang chillt, sondern eben auch den wohl krassesten Rap-Shit seit der Sugarhill Gang raushaut – und dazu natürlich ’ne Riesenladung Konfetti! „I Couldn’t Care Less“ meint indes Leslie Clio, die an diesem Orte für bezaubernde Momente und hübsche Melodien verantwortlich zeichnet. Einen Ausblick auf ihr demnächst erscheinendes (siebtes) Album werden außerdem hoffentlich die Tüftler und Frickler von The Notwist bieten, bevor die Indierocker von Friska Viljor dem feierfreudigen Volk ihr „Gold“ zuwerfen.

Konzerthaus Stage

Mit stimmungsvoll stilleren Klängen, die Ben Howard oder Damien Rice ähneln, sorgen die Dortmunder Rekk hier ab 15 Uhr eher für Melancholie und Schwermut, während Say Yes Dog auf abgedrehtere Klänge stehen. Zwischen James Blake und Whitest Boy Alive lassen sich derweil When Saints Go Machine ansiedeln, Ewert And The Two Dragons irgendwo zwischen Bon Iver und Mumford & Sons. Und die Exil-Dortmunder Charlotte Brandi und Matze Pröllochs sind bekanntlich Me And My Drummer und verfolgen eigentlich nur ein Ziel: die Neuerfindung moderner Popmusik!

Susanne Blech; Foto: Heide Prange

Relentless Energy Circus

Als Ersatz für das leider nicht mehr bespielbare Sonnensegel wird in diesem Jahr erstmals ein schickes Zirkus-Zelt neben der Festwiese aufgestellt. Rapper Megaloh bringt hier schon ab 15 Uhr seine Fans zum Hüpfen und das Zelt zum Zittern. Was klingt wie der Name eines Mädchens aus der Parallelklasse, stellt sich im Anschluss als Elektropunk-Band aus dem Ruhrpott raus: Susanne Blech planen als Revierkinder von Deichkind und Kraftklub mit absurder Selbstinszenierung den Frontalangriff auf die Beine tanzwütiger Party-People, bevor der legendäre Macka B mit seiner Roots-Ragga-Band und Alex Calver alias Calvertron mit Dubstep und Tech-House den Zirkus beschallen.

Womit wir schon beim Party-Marathon nach dem Live-Programm wären: Mit seinem Remix des grad erwähnten Hits „Love Is All I Got“ der Crystal Fighters ist der Dormunder DJ Larse sicherlich einer jener heimischen Künstler, die „international grad durchstarten wie eine Rakete“. Von zwei Uhr nachts bis bis vier Uhr morgens legt er beispielsweise auf dem Daddy-Blatzheim-Electro-House-Floor auf, womit sich erstens ein Kreis schließt und zweitens auch der längste Tag einmal enden muss. „Wir feiern hart und fallen weich auf lila Wolken“, und wenn jetzt auch noch das Wetter genauso trocken ist wie all die geilen Beats, dann dürfte sich die 18. Ausgabe des hochsommerlichen Fruchtcocktails zweifelsohne als ganz besonders erinnerungswürdiger Jahrgang erweisen!

 

27.7. Westfalenpark, Dortmund

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