Frisch und Jung: Traumzeit in Duisburg

Traumzeit an gewohntem Ort | Foto: Martin Preissner

Für reichlich Unmut in Reihen treuer Besucher und Duisburger Bürger sorgte im Vorjahr die Absage des Traumzeit-Festival. Vom 21. bis 23. Juni findet es nun wieder an gewohnter Stelle im Landschaftspark-Nord statt.

Michael Blatt sprach vorab mit Programmmacher Marcus Kalbitzer über das veränderte musikalische Profil und den Vorwurf, dieses hätte mit der Ausrichtung vergangener Ausgaben kaum mehr etwas zu tun.

Nach der Zwangspause 2012 kehrt die Traumzeit im Juni zurück in den Landschaftspark-Nord. Wie konnte die Finanzierung realisiert werden?

Vor allem müssen wir, wie jede andere Veranstaltung auch, Tickets verkaufen und Eintrittseinnahmen erzielen. Zusätzlich stehen uns städtische Festivalmittel, Landesmittel und Sponsorengelder zur Verfügung.

Festivalbüro-Leiter Frank Jebavy spricht in Bezug auf das aktuelle Line-Up von einer „Schärfung des Profils“. Was meint er damit?

Wir präsentieren nach wie vor eine Vielzahl musikalischer Entwürfe und Stile, konzentrieren uns dabei aber auf ambitionierten Pop, Singer/Songwriter, Elektronik, Indie-Rock und verschiedenste Formen improvisierter Musik. Das Festival ist dadurch zeitgenössischer, frischer und jünger geworden.

Kritiker des neuen Profils sprechen hingegen von einer Mogelpackung. Was entgegnest du dem Vorwurf: „Wo Traumzeit draufsteht, ist keine Traumzeit mehr drin!“?

Traumzeit hat sich bereits in den letzten drei Jahren stark verändert. Diesen Wandel setzen wir konsequent und auf hohem Niveau fort. Unser Grundgedanke bleibt bestehen: Wir rücken nicht den Mainstream in den Vordergrund, sondern wir suchen nach kreativen Potenzialen und musikalischen Querdenkern. Ein Festival an diesem außergewöhnlichen Ort muss außergewöhnliche Kunst präsentieren. Genau das tun wir, und zwar bereits jetzt erfolgreicher als je zuvor.

Welche Maßnahmen werden von Seiten der Stadt eingeleitet, um die Durchführung des Festivals nicht im nächsten Jahr wieder zu einer Zitterpartie werden zu lassen?

Bis zur Sommerpause will der Stadtrat geklärt haben, mit welchen städtischen Finanzmitteln die Duisburger Festivals im nächsten Jahr ausgestattet werden. Es wäre allerdings unklug, sich angesichts der schwierigen Haushaltslage allein auf öffentliche Gelder zu verlassen. Wir müssen die Einnahmesituation über höhere Ticketverkäufe verbessern und mit gesteigertem Besucherinteresse auch für neue Sponsoren attraktiv sein.

Tickets für das Traumzeit-Festival gibts im coolibri-Ticketshop. Weitere Infos auf traumzeit-festival.de

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