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Ein Mini-Festival, für das sogar bauliche Maßnahmen eingeleitet werden: Die Shakespeare Akademie an der Treppenstraße rüstet sich für die dreitätige Veranstaltung Plastic Zu Zu.
So richtig rund lief es bislang für die mitten im Wohnviertel ansässige Shakespeare Akademie nicht. Nölende Nachbarschaft, zeitliche Einschränkung wegen des „Lärms“ – so kommt beim Veranstalter nicht wirklich Freude auf. Länger schon angedachte Umbaumaßnahmen werden deshalb jetzt, als Vorbereitung für das Kulturevent Plastic Zu Zu, in die Tat umgesetzt. Erwartet werden gut 300 Besucher, und die sollen sich wohlfühlen. Initiator, Kurator und Teilnehmer in Personalunion ist der Wuppertaler Musiker Charles Petersohn (Foto), der für die Umsetzung das Kulturbüro, Akademie-Betreiber Rainer Hausmann und nicht zuletzt zahlreiche Künstler gewinnen konnte. Petersohn, der seit 20 Jahren als Musiker, DJ und Veranstalter aktiv ist, vereint mit dieser Veranstaltung Elektro-Pop, Streetdance, Film, Tech-Blues, DJs, Graffiti, Visuals und Jazz. Als großer Fan von Dr. John – eines aus New Orleans stammenden Musikers – hat „Charles“, wie er in Wuppertal eigentlich nur genannt wird, die Begrifflichkeit Zu Zu übernommen; ein Slangausdruck aus der Musikerszene New Orleans’. Und Plastic? „Meine Musik ist Plastic“, erläutert er und meint damit die elektronischen Sounds seines Projekts Moodi Allen. „Damit gehe ich gerade in eine neue Richtung, was ich auch beim Festival präsentieren werde.“ Anstatt aber einfach ein Moodi-Allen-Konzert auf die Beine zu bringen, schart der 50-Jährige lieber noch jede Menge Mitstreiter um sich: „Ich wollte interessante Kollegen dabei haben. Leute und Projekte, die mein Tun noch bereichern.“
So geschehen mit der Planung fürs Plastic Zu Zu. Neben Charles performen zahlreiche Wuppertaler Künstler die schönen Räumlichkeiten der Shakespeare Akademie: Von Musikern wie Iris Panknin, Alfonso Gravina und Achim Kaemper, über die DJs Donna Veta, Guido Halfmann, Dr. Nacht und Daniel Schmitt, weiter über VJ Tobias Daemgen oder auch die Köchinnen des Bio-Marktes Biosophie (Jazzkitchen), bis hin zur Tanz-Crew Liaison Fritz, bestehend aus Geraldo Si, Milton Camilo und David J. Becher. „Alle, die Plastic Zu Zu realisieren, haben eine enorme Freude daran, etwas zu entwickeln und zu gestalten.“ Voraussetzung auch für die Künstler, die von außerhalb anreisen. „Die dänische Musikerin Alice Rose wird das Festival mit avantgardistischem Elektro-Pop eröffnen. Die One-Woman-Show ist mit Electronics, Violine, Melodica und Stimme eine Augen- und Ohrenweide.“ Und dann ist da noch die Planet Alien Band, die sich aus Musikern aus Dortmund, Duisburg und Berlin zusammensetzt. „Sie interpretieren die Chants und den Science Fiction Swing des Sun Ra Arkestra auf ihre ganz eigene Weise. Während der Konzerte wird nicht nur viel improvisiert, sondern auch viel gelacht“, freut sich Charles Petersohn drauf.
Jörg Degenkolb
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