Itchy: Alles neu

Gut erholt: Itchy | Foto: Ilkay Karakurt

Itchy are Back! Bis vor einem Jahr noch bekannt als Itchy Poopzkid, haben die Drei aus dem Süden sich eine Pause gegönnt, um jetzt mit verkürztem Namen, neuem Album und allerlei Plänen zurück auf der Bildfläche zu erscheinen. Tossia Corman sprach mit Sänger Sibbi über Schaffenspausen, Umweltschutz und den richtigen Zeitpunkt für Veränderung.

Ihr wart knapp ein Jahr in kreativer Schaffenspause – warum?
Nach der 15-Jahre-Jubiläumsshow in Ulm haben wir uns gedacht: Jetzt ziehen wir uns einfach mal zurück und geben den Leuten eine Auszeit von uns. Wir können uns dann in Ruhe und ohne Aufmerksamkeit in sozialen Medien und der Öffentlichkeit aufs Albumschreiben konzentrieren. Und das haben wir auch gemacht.

Hattet ihr ein bisschen Angst, den Anschluss zu verlieren?
Klar, wenn man gewohnt ist, jeden Tag irgendwas zu posten, und dann plötzlich damit aufhört – das ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber die Frage ist ja: Verliert man tatsächlich den Anschluss? Oder ist es auch mal gut, wenn man sich ein bisschen rar macht, den Leuten Gelegenheit gibt, wieder Neugierig zu werden, wann wohl wieder was kommt?

Und wie war das, plötzlich so ganz ohne Rummel?
Für uns war das schon außergewöhnlich, so ein Jahr Pause. Wir werden schnell rastlos und müssen dann doch irgendwas machen. Teilweise haben wir zu hören bekommen: Hey, ihr wolltet doch Pause machen, was seid ihr denn schon wieder da? Und ganz ehrlich – wir haben zwar alle ein bisschen Urlaub gemacht, aber nach zwei Monaten haben wir ja auch intern schon wieder angefangen zu arbeiten. Ganz so „rummellos“ war das alles gar nicht. Zum Glück.

Neues Album: All We Know | Foto: Arising Empire

Warum kam gerade jetzt der „neue“ Name?
Ein richtiger Masterplan stand da nicht hinter. Diese Namenssache hat schon lange in uns gebrodelt, weil wir, ganz ehrlich gesagt, den alten Namen selber nicht gut so gewählt fanden (lacht). Alle zwei Jahre, immer wenn wir ein neues Album am Start hatten, dachten wir: „So, jetzt könnten wir den Schritt gehen und uns umbenennen.“ Diesmal war es der richtige Zeitpunkt. Und genau die richtige Entscheidung. Das gab frischen Wind für uns, wir fühlen uns sehr wohl mit dem neuen Namen.

Und hat sich auch an eurem Sound etwas verändert? Macht ihr euch da Gedanken, dass ihr das vielleicht langsam angehen müsst, damit sich eure Fans nicht überrumpelt fühlen?
Das haben wir vielleicht ein bisschen im Hinterkopf, aber am wichtigsten ist eigentlich, dass wir drei uns nicht überrumpeln. Solange wir denken, das ist cool was wir machen, dann müssen wir das machen. Ich glaube, eine Sound-Entwicklung macht jede Band durch, vor allem in fast 17 Jahren. Wir sind jetzt Mitte 30, da ist klar dass man andere Musik schreibt als mit Anfang 20. Wär auch schlimm, wenn nicht. Aber wir sind ja durch die Pause und den neuen Namen keine anderen Menschen geworden.

Und wie war das Feedback dieses Mal?
Fast gespenstisch positiv. Wir waren ein bisschen geplättet, das hätten wir nicht erwartet. Natürlich ist man aufgeregt, wenn man was Neues rausbringt, wo auch so viel Herzblut drinsteckt. Wenn die Leute das genauso gut finden, wie man selber, ist das toll.

Ihr engagiert euch neben der Musik sehr aktiv für den Umweltschutz – momentan für die Organisation Ocean Care. Wie genau sieht das aus?
Wir setzen uns schon seit vielen Jahren für den Umweltschutz im maritimen Lebensraum ein, auch, weil wir persönlich alle sehr gerne am Meer sind. Mit Ocean Care machen wir die Kampagne „I Care“ gegen Plastikmüll-Verschmutzung in den Ozeanen. Bei unseren Shows gibt es Info-Stände. Wir versuchen, unsere Bekannheit für diese Zwecke zu nutzen.

Wie schafft ihr es, im Alltag nachhaltig zu leben?
Wenn man einmal darauf achtet, merkt man, wie viel unnötiges Plastik man benutzt, vor allem beim Einkaufen. Das ist irrsinnig. Wir versuchen das zu umgehen. Eigene Einkaufstüten mitnehmen, keine Coffee-to-Go-Becher, so etwas. Bei unseren Konzerten gibt es Mehrweg-Becher für die Getränke. Unsere Vinyl-Platten und T-Shirts sind aus Recycling-Materialien. Wir versuchen einfach, ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Und es ist schön zu sehen, dass da ein Umbruch stattfindet, dass was vorangeht, wenn man sich einsetzt.

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All We Know-Tour: 14.12., Zeche, Bochum, 17.12. Live Music Hall, Köln

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