Dagewesen: ASD. Wer hätte das gedacht?

ASD in Aktion | Foto: Tossia Corman

Wer hätte das gedacht? Das zakk war auch vergangenen Samstag proppevoll, und alle sind gekommen, um sie zu sehen: ASD, Afrob und Samy Deluxe, das wahrscheinlich rapstärkste Duo der neueren deutschen Hip-Hop Geschichte. Aber ganz ehrlich – dieses fulminante Finale des Lieblingsplatte Festivals zu verpassen, kam auch nicht in Frage!

Das Bühnenbild verspricht Abwechslung – neben dem obligaten DJ-Pult ist noch ein Stehtisch aufgebaut, und in einer Ecke gar zwei Sessel inklusive einem gut mit diversen Getränken gefüllten Tisch. Sieht auf den ersten Blick mehr nach semi-angeregter Diskussionsrunde aus. Der Tisch macht schon bald Sinn: Herr Deluxe nutzt ihn, um seine Texte ab und zu doch mal zu Hilfe zu nehmen.

Samy gibt so auch relativ bald zu Protokoll, er und Afrob seien so aufgeregt wie noch nie bei einem Gig, und das kauft man ihm ab! Wurde doch „Wer hätte das gedacht“, die 2003 erschienene Debüt-CD der beiden Herren, noch nie in voller Länge live performt. Ein Fakt, der übrigens für fast alle in den letzten Tagen dargebotenen Werke gilt.

Nichtsdestotrotz manövrieren sich die beiden mit Bravour durch sämtliche Tracks des Albums, hier und da ein kleiner Freestyle, ein paar Witzchen, ein wenig Reggae. Dann noch eben die Sitzecke in Gebrauch genommen, an einer Zigarette (oder ähnlichem) gezogen, und weitergemacht. Und trotz der steten Steigerung des von Anfang an wirklich hohen Energielevels ist spürbar, dass die beiden halt doch auch älter geworden sind. So ganz kommen sie sich selber nicht hinterher. Für die Stimmung der knapp 1.000 Menschen im Publikum tut das aber in keinster Weise einen Abbruch! Ähnlich wie schon ein paar Tage zuvor bei Altmeister Torch merkt man auch hier, wie viel diese Musik den Menschen im Raum bedeutet.

Auf der Bühne geht es unterdessen weiter, nach Hits wie „Sneak Preview“, „Ich + Er“, „Weißt du wo die Party ist“ und natürlich „ASD“ hauen die beiden auch den ein oder anderen Song raus, der gar nicht auf der „Lieblingsplatte“ zu finden ist. Und dann ist’s vorbei. Nach gut zwei Stunden haben die beiden gegeben, was sie hatten und verabschieden sich. Auf der Bühne bleibt DJ Vito, um die Aftershowparty einzuläuten. Die geht dann auch noch die halbe Nacht, irgendwann erscheinen dann ASD auch wieder auf der Bühne, um selbst ein bisschen aufzulegen, und als es zwölf schlägt, singt die ganze Halle „Happy Birthday“ für Vito – ein schöner, runder und völlig gelungener Abschluss für ein neues Lieblingsfestival!

Konzertreviews

Musik | Konzert | Oberhausen

Irievoir und Merci: Irié Révoltés nehmen Abschied in Oberhausen

Es gibt dieses besondere Gefühl, wenn beim Konzert das vermutlich letzte [mehr...]
Konzert | Köln

Technik, die begeistert: Helene Fischer in Köln

Ende dieser Woche werden über 80.000 Zuschauer Helene Fischer live in der [mehr...]
Musik | Berlin

Vielfältige Poplandschaft bei Popkultur-Berlin

Wo sonst Städtetouristen kurz innehalten und ihre Smartphones zücken, um [mehr...]
Musik | Konzert | Dortmund

Zu hoch hinaus: Out4Fame-Festival in Dortmund

Was für Hip-Hop-Liebhaber ein ganz besonderes Highlight im [mehr...]
Party | Musik | Bochum

Ruhrtriennale: Die Ritournelle geht, aber bleibt

Die Ritournelle wird bleiben. Das steht fest. In der Erinnerung derer, die [mehr...]