The Movement: We are the Mods

Mit Ska-Gitarren und aggressiven Vocals sind sie das linke Bewusstsein der europäischen Mod-Szene. Neben Northern Soul und Bands wie The Clash und The Jam mag das Movement vor allem Live-Konzerte. Nicht umsonst verzückt das Trio aus Kopenhagen fast pausenlos das Publikum.

Sänger und Gitarrist Lukas Sherfey erinnert mit seinen rauen Stimmbändern an Al Barr von den Dropkick Murphys, seine Lebensformel bringt er auf einen einfachen Nenner: „Alles ist leicht, wenn dir gefällt, was du tust. Und umso schwerer, wenn’s dir nicht gefällt.“ Nach vier Studio-Alben und einem Ausflug als Solo-Künstler will der Martha-Reeves-Fan bei kommenden Platten-Aufnahmen noch energischer aufs Gaspedal treten: „Ich denke, es wird ein bisschen rauer. Und die Musik schneller. Und die Lyrics werde ich noch mehr in Richtung Anti-Establishment ausweiten. Ich denke, Ende des Jahres werden wir die neuen Songs als EP veröffentlichen.“

Mit perfekt sitzenden Anzügen und schmalen Krawatten fühlen sie sich der Mod-Szene zugehörig: „Ich trage auch im Alltag Anzug und Krawatte“, sagt der Sänger, „ich möchte einfach gut aussehen.“ Ihr Heimatland sehen Sie eher kritisch: „Die Clubszene in Dänemark ist nicht so toll, es ist langweilig, wir spielen da nicht so gerne. Wenn, dann mal höchstens für eine Antifa- oder Solidaritäts-Veranstaltung. In Kopenhagen gibt’s zwar eine St. Pauli-Bar, da gehen wir auch gerne mal hin, aber es ist schon ziemlich teuer bei uns. Da ist’s echt besser, gleich 300 Kilometer weiter nach Deutschland zu fahren.“

Die Band ist geprägt von Vordenkern wie Rosa Luxemburg und Karl Marx. „Ich hätte“, so Lukas, „wenn ich es mir aussuchen dürfte, gern mal den ehemaligen Staatspräsidenten Hugo Chavez aus Venezuela getroffen, leider ist er im März gestorben. Aber vielleicht bekomme ich ja mal noch eine Audienz bei Fidel Castro.“

Ein etablierter Lifestyle nach gutbürgerlichen Konventionen ist nicht seine Sache: „Ich möchte kein reguläres Leben führen; die anderen arbeiten zwar noch nebenbei in unabhängigen Musikstudios, aber für mich kommt das nicht in Frage: The Movement ist und bleibt meine erste Priorität.“

Dieser Nachdruck macht sich bezahlt, denn die Band spielt mittlerweile in aller Welt: „Wir waren mal in Japan, das war beeindruckend. Auch Konzerte in Italien oder Russland sind echt angenehm gewesen.“ Doch im besonderen Maße ist Lukas in Deutschland verknallt: „Ich habe mal für ein paar Jahre in Berlin gelebt; in Deutschland findet sich einfach immer wieder ein guter Ort, wo man auftreten kann. Das ganze Punk-Ding ist in Deutschland ein echtes Phänomen, gerade im Vergleich zu Großbritannien. Auf der Insel muss man eine funktionierende Subkultur-Szene mit der Lupe suchen!“

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