Musiker verraten uns ihre Lieblingsalben 2013

Beim musikalischen Jahresrückblick 2013 lassen wir mal andere zu Wort kommen und haben Musiker wie Mille Petrozza oder Susanne Blech Frontmann Timon nach ihrer Lieblingsplatte 2013 gefragt.

Morten Gass: Kavinsky "OutRun"

Morten Gass (Bohren & der Club of Gore)

Anfang des Jahres wurde ich mit der traurigen Gewissheit konfrontiert, dass mein alter, treuer Golf III den anstehenden TÜV nicht mehr rentabel überstehen würde. Ein neuer fahrbarer Untersatz musste also her. Da ich im KFZ-technischen Bereich nicht sonderlich bewandert bin, überließ ich (nach Offenlegung meinen finanziellen Möglichkeiten) einem Bekannten die Wahl meines zukünftigen Fahrzeugs. Na ja, es würde dann ein 66 PS starker VW UP (in Iceblue). Eine Woche später kaufte ich mir das Album „OutRun“ – und damit ein brennendes Verlangen, den Rest meines Lebens auf einen Ferrari Testarossa sparen zu wollen.

Mercury/Universal

Jan Hoffmann: Biffy Clyro - Opposites

Jan Hoffmann (Long Distance Calling)

Nach dem durchwachsenen „Only Revolutions“ durfte man gespannt sein, wie sich die Band weiter entwickeln würden – und siehe da: Die Schotten fahren auf „Opposites“ ein unfassbares Hit-Feuerwerk auf. Die ersten neun Songs sind allesamt potenzielle Singles mit Hirn, ganz viel Herz und den größten Melodien. Wer die Band seit ihren Anfangstagen verfolgt hat, weiß, dass sich Biffy Clyro niemals ausverkauft, sondern seit dem Debüt stetig lediglich Details an ihrer Songwriting-Formel geändert haben, was mittlerweile in einem beängstigend guten Gespür für Authentizität und Melodien gipfelt.

Warner

Timon Karl Kaleyta: The Knife - Shaking The Habitual

Timon Karl Kaleyta (Susanne Blech)

Im Grunde ist das neue Album von The Knife zu 93 Prozent unhörbar. Das Artwork der Platte brennt in den Augen. Wem könnte man Derartiges empfehlen!? Für mich aber sitzen The Knife für alle Zeiten in meinem Herzen fest. Ihr sagenhaftes Album „Deep Cuts“ geriet vor einigen Jahren zum Soundtrack eines für mich prägenden Ereignisses, als ich in New York mal einen Hummer eigenhändig töten wollte, anstatt dies von dem Spezialisten aus Chinatown erledigen zu lassen. Es war erniedrigend für mich, in der Küche sang Karin Dreijer Andersson mit ihrer fantastischen Stimme dazu. Es tut mir noch heute unendlich leid.

Rabid Records/Rough Trade

Alex Schwers: Agnetha Fältskog - A

Alex Schwers (Eisenpimmel, Hass, Slime)

Als ich irgendwann im Sommer 2013 nach dem Einkaufen mit Tüten bepackt auf dem Weg zum Auto um die Ecke bog, lachte mir von einer überdimensionalen Plakatwand eine wunderschön gephotoshopte mittlerweile 63-jährige Agnetha Fältskog entgegen. Beworben wurde ihre erste Soloplatte nach 16 Jahren,die ich mir auch prompt besorgt habe. Es sind viele alte Weggefährten am Start, der alte Schlagzeuger von ABBA zum Beispiel. Die Platte läuft so durch, man hat am Ende fast gar nicht gemerkt, dass überhaupt Musik lief. Trotzdem oder genau deswegen hab' ich sie oft gehört.

Universal

Mille Petrozza: Carcass - Surgical Steel

Mille Petrozza (Kreator)

„Cadaver Pouch Conveyor System“, „Noncompliance to ASTM F 899-12 Standard“ oder das mit einen unmenschlichen Gitarrensolo versehene „Captive Bolt Pistol“. Titel wie diese bedeuten: Carcass sind zurück! Blastbeats, Melodie und die bizarrsten Texte der Welt bilden ein geniales Metal-Inferno, bei dem unbedingt das Textblatt zur Hand genommen werden sollte – am besten mit einem medizinischen Wörterbuch als Begleitlektüre. Bei all dieser Präzision fehlt den Songs niemals die Seele, und jeder Track ist ein Killer! Chuck Schuldiner (ehemaliger Sänger von Death, der im Dezember 2001 verstorben ist, RIP) würde dieses Album lieben!

Nuclear Blast

DJ Dash: Close - Getting Closer

DJ Dash (Steffen Korthals)

„Getting Closer“ gelingt es, das Geschehen innerhalb elektronischer Tanzmusik in einer entspannten und leichten Mischung warmer Sounds zwischen Underground und Pop zusammenzufassen. Die Einflüsse reichen dabei von House zu Post-Dubstep inklusive einiger Ausflüge zu 80er-Jahre-Electronica-, 2Step-, Dub-Techno- und Björk-Aphex-Twin-Reminiszenzen. So klingt Underground-Clubmusik ohne ihre kantigen Ausprägungen. Dafür mit viel Wärme und Tiefe, wie sie selten an der Schnittstelle von Pop und Club zu finden sind. Und: Das Jahr 2013 ist eher durch Vinyls und einzelne Tracks anstelle von Artist-Alben geprägt worden.

K7 Records/Alive

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