Seit dem Tod seines Slipknot-Kollegen Paul Gray im Mai 2010 hat deren Sänger Corey Taylor erst mal innehalten müssen und war zu einem Weitermachen, als sei nichts geschehen, nicht in der Lage. Slipknot verabschiedeten sich in eine unbestimmte Auszeit, zuletzt nur unterbrochen durch eine Festivaltour und ein Greatest-Hits-Album.
Was hat diese traurige Geschichte nun mit Stone Sour zu tun? Eingeweihte wissen, dass diese Band Corey Taylors zweites Leben ist, das er zusammen mit dem Slipknot-Kollegen James Root mit Hingabe lebt. Während nämlich ein Zeit lang nicht fest stand, ob Slipknot jemals wieder ein Album herausbringen würden, stürzte sich Taylor schließlich doch wieder in die Arbeit, „was mir nach einer Weile sehr gut bekam“, wie der Sänger zugibt, „weil es mich auf andere Gedanken brachte und Gelegenheit bot, das, was der Tod von Paul in mir ausgelöst hatte, auf die einzige Art zu verarbeiten, die mir wirklich weiterhalf: mit Musik“.
Insofern ist HOUSE OF GOLD & BONES PART 1 – der zweite Teil folgt im Frühjahr 2013 – auch ein bisschen Therapie für Taylor und Root: „Es ist ein Konzeptalbum. Es geht um innere Konflikte, ausgelöst durch traumatische Beziehungskrisen, und um deren Bewältigung, die nicht immer gelingt“.
Stone Sour gelingt die Umsetzung dieses Themas zumindest auf der musikalischen Seite eher ansprechend. Wohl auch, weil sich die Band wohlweislich dazu entschlossen hat, die insgesamt recht düsteren Songs auch ohne das Storykorsett für sich selbst stehen zu lassen.
„Mit Stone Sour kann ich andere Wege gehen als mit Slipknot, hinter denen ja ein gewaltiges Konzept steht, ein Kunstwerk für sich“, stellt Corey den Unterschied zwischen seinen beiden Bands heraus: „Was aber aus Slipknot wird, stellt sich wohl erst in der nächsten Zeit heraus. Alle Meldungen über ein ,Aus’ der Band sind jedenfalls Quatsch. Nach der Stone-Sour-Tour, die eine sehr lange mit unseren Freunden von Papa Roach sein wird, sehen wir weiter.“