Lieutenant Dave & The Vohwinkels: Drunk n' Roll

Es ist erstaunlich, was man alles erreichen kann, wenn man die Worte Unmöglich, Problem und Talent einfach aus seinem Wortschatz streicht. In völliger Unkenntnis der Tatsachen lassen Lieutenant Dave & The Vohwinkels Träume wahr werden, die andere nicht einmal zu träumen wagen.

Es gab sie exakt einen Monat, da spielten sie bereits auf der größten Innenstadtkirmes Europas. Und das Bemerkenswerteste daran: Sie hatten noch keinen einzigen Song geschrieben. Doch um die Vita aufzupimpen, musste der Gig realisiert und die eiserne Rock’n’Roll-Formel „Wo kein Song, da kein Auftritt, da nicht einmal eine Band“ ignoriert werden. Und so standen Lieutenant Dave Klein (Gesang), Dave Schwinger (Bass), Dave De Nacht (Gitarre) und Dave Mustache (Drums) im November 2008 auf der Bühne im Chaos in Soest und erfanden den Drunk’n’Roll. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

„Der Inhaber vom Chaos, Casi, glaubte von der Stunde Null an diese Band“, erklärt Lieutenant Dave Klein das erneute Erscheinen der Band auf der Soester Kirmes in diesem Jahr. Was Sinn macht, denn im Grunde hat die Stunde Null für die Vohwinkels nie aufgehört. Zwei Bandmitglieder wurden zwischenzeitlich aufgrund diverser Alkoholdelikte ausgetauscht, hinzu kamen Dave Bombardo (Rhythmus-Gitarre) und Dave XXX (Gitarre). Getreu dem Motto: Du bist seit fünf Minuten Bandmitglied, also kannst du unsere Songs spielen, bewährten sich die Neuen bei Shows im Vorprogramm renommierter Rock-Acts wie NoMeansNo, Japanische Kampfhörspiele, Slime, Dimple Minds oder Eisenpimmel. Eine schier unglaubliche Erfolgsstory, zu der auch gehört, dass Dave Schwinger erst auf der Bühne das Bassspiel erlernte. Es ist eine simple Sache, kein Talent zu haben. Schon schwieriger wird es, wenn es gilt, Talent so einzusetzen, dass es keine Rolle mehr spielt, ob man welches hat oder nicht. Nur eines von mehreren Erfolgsrezepten von Lieutenant Dave & The Vohwinkels. Zu den weiteren zählen Selbstvertrauen, Authentizität, Spinnerei, große Melodien und gelebte Ahnungslosigkeit. „So wie Menschen unvorbereitet ins Leben geworfen werden, so gehen wir auf die Bühne“, erläutert Dave Schwinger die Maxime. Jede Show klingt so, als wäre es ihre Erste, dabei spielen sie so, als wäre es ihre Letzte. Punk im Herzen, Rock’n’Roll in den Beinen und Metal im Sinn ergibt als Summe politischen Arschraketenrock à la Lieutenant Dave & The Vohwinkels. So steht es geschrieben, so ist es Gesetz.

Konzertreviews

Konzert | Oper & Klassik | Dagewesen | Bochum

Ruhrtriennale: freitagsküche mit dem hr-Sinfonieorchester und Sylvain Cambreling

Die freitagsküche ist eine Art High-Power-Festival-Zentrum für die [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Niedeckens BAP beim Zeltfestival

BAP bestuhlt? Eigentlich kaum vorstellbar, aber die Band um Wolfgang [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Düsseldorf

Konzertkritik: 25 Jahre Heavy Gummi im zakk

Momentan scheint es so, als ob alle popkulturellen Nostalgie-Uhren auf den [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Konzertkritik: Milow beim ZFR

Milow den Stempel Schmusesänger aufzusetzen wäre alles andere als fair. Er [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Mönchengladbach

Konzertkritik: Avicii im Mönchengladbacher Hockeypark

Als DJ ein Konzert zu geben, birgt so einige Risiken: Es gibt keine Band, [mehr...]