Nicht von der Stange: New Fall Festival

Verzaubern am 16.11. das Capitol: Little Dragon | Foto: Ibrahim Kamar

Handverlesene Lieblingskünstler an besonderen Orten präsentiert das New Fall Festival jetzt schon seit 2011. Auch dieses Jahr beweisen die Macher beim Line-Up-Stricken wieder ein geschicktes Händchen.

Boutique-Festival nennt man Konzertreihen wie das New Fall gerne. Das passt gut, schließlich wird hier nicht gebucht und eingekauft, was gerade vor die Flinte läuft, gut auf dem Poster ausschaut oder allen anderen Festivals beweist, wie groß die Eier sind, sondern eben das, was ins Konzept passt. Daraus entsteht ein fein säuberlich kuratierter Bandreigen, gleich der modisch zeitlosen Auswahl einer gewitzten Boutique eben. Und weil dieses liebevoll zusammengestellte Programm nicht in irgendeiner Turnhalle über die Bühne huschen soll, bespielt das New Fall ganz spezielle Orte, mal konzerterprobte Locations wie die Tonhalle oder das Tanzhaus NRW, mal fremdentzweckte Stätten wie das sipgate, die Johanneskirche oder das me and all Hotel.

Rotzpop bis Schnulzrock
Dieses Jahr können Musikfans Tickets für unter anderem die blutjunge Gitarrenvirtuosin Julien Baker, den raustimmigen Folksänger Fil Bo Riva oder das schwedische Elektropopquartett Little Dragon ergattern. Ins Auge fassen sollten die auch den Popgöttersohn Tom Odell, der dieses Jahr schon beim Duisburger Traumzeit Festival bewies, wie viel Seele er sich aus dem Leib singen kann. Wenn der junge Brite am 17.11. in der Tonhalle in die Pianotasten haut, dürfte die entfesselte Leidenschaft selbst an die Sitze festgetackerte Gäste mitreißen.
Als Geheimtipp empfiehlt sich der Triple-Feature-Abend am 18.11. im sipgate mit den Großstadtmelancholikern von Isolation Berlin, den Post-Punkern von Love A und den Rotzpop-Damen von Gurr. Letztere spielten dieses Jahr schon auf zig Festivals, unter anderem beim Dortmunder Way Back When zeigten sie, wie knallig, forsch, genial und raffiniert lässig sie ihren Mix aus Garagenrock, Riot-Grrrl-Ideen und Surf-Rock beherrschen.
Am Sonntag, 19.11., emphielt sich ein Besuch des Capitol Clubs, wo Destroyer genau das tun, was ihr Name verspricht: Sie zerstören. Und zwar Genregrenzen und Gehirnwindungen. Musikalisch bewegen sich die Kanadier rund um Bandkopf Dan Bejar irgendwo zwischen 70s-Schnulzrock, 80s-Sophisti-Pop und modernem Indieliedgut.

New Fall Festival: 15.-19.11., verschiedene Orte, Düsseldorf

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