Juicy Beats 2018: Das sind die ersten 10 Bands

257ers | Foto: Vanessa Leißring

Ja schau, welch verfrühtes Weihnachtsgeschenk kommt dann da hereingeschneit? Es ist das erste Bandpaket des Juicy Beats Festivals (27.+28.7.)! Und das schmeckt altbekannt mit einigen überraschenden Nuancen. 

Hätte man eine Wette abgeschlossen und blind aus dem Pool deutscher Erfolgsbands der letzten drei Jahre fischen sollen, wäre der erste Name fürs Juicy Beats 2018 mit großer Wahrscheinlichkeit aufgetaucht: Die 257ers! Das schelmische Duo aus Essen spielte schon vor zwei Jahren kurz vor Deichkind, hat sich seitdem mit Hits wie "Holz" oder "Holland" einen Platz im Herzen aller Spaßrap-Fans ergaunert und dürfte beim diesjährigen Juicy Beats einen Headliner-Platz einnehmen. Wer seinen Deutschrap härter mag, bekommt schonungslose Texte auf epischen Beats von Kontra K um die Ohren gehauen. 

Einen Bruch mit der stetig wachsenden Hip-Hop-Ausrichtung des Juicy Beats zeigen die Veranstalter mit einem wahrlich großen Namen der britischen Indie-Rock-Szene: Die Editors kommen! Deren herrlich brachiale Gitarrenmusik mit Anklängen aus New Wave und Post Punk richtet sich nicht zwingend an die immer jünger werdende Zielgruppe des Juicy Beats, spannt aber den musikalischen Bogen weit über das Altbekannte hinaus. Ähnliches gilt auch für die wundervolle Kölner Konstellation Bukahara, deren neofolklorischer Gypsy-Pop mit arabischem Reggae und Balkanklängen jongliert. Vor allem live eine wundervolle Wucht. Mehr erfahrt ihr in unserem Interview mit der Band.

SXTN | Foto: Louise Amelie
RIN | Foto: Vitali Gelwich

Aber mehr aus den Rapgefilden: SXTN sind zwei Rapperinnen aus Berlin, die ganz unverblümt ihre Freundinnen Fotzen nennen und zum Kiffen ins Bongzimmer laden. Nicht ganz unclever sind ihre Ansichten über Gesellschaft und Politik, die sie zwischen ihren Lyrics über Partyexzesse und Sexspäße verstecken. Frischer war deutscher Hip-Hop schon lange nicht mehr.

Auf der neusten Welle der Rapbewegung schwimmt derweil RIN mit, der absolute Durchstarter der Cloud-Rap-Szene. Auf gar esoterischen Beats säuselt er seine Lyrics über Gin, Vintage Yves Saint Laurent oder Monica Belucci, wird von Kritikern als Gegenmodell der Hypermaskulinisierung im Deutschrap zelebriert und von Fans für seine lässige Abgeklärtheit gefeiert.

Wiederholungstäter sind nächstes Jahr die Drunken Masters, die schon einige Male auf dem Juicy Beats für legendäre Stimmung gesorgt haben. Die DJs feiern 2018 ihren zehnten Geburtstag und bringen eine Tüte elektronischen Ausrastens mit.

Und die zehnte Band im Paket: Von Wegen Lisbeth. Die Indiepopper aus der Hauptstadt schreiben nicht nur verdammt gute Texte am Puls jeder Studentin, sondern liefern live auch ab wie junge Waschbären in Nachbars Mülltonne. Was uns am Besten an den Berliner Melodikern gefällt, lest ihr hier.

So weit, so fein. Das Juicy Beats demonstriert mal wieder eine Nase für heißen Scheiß – und obendrauf noch guten Geschmack! Wenn das Line-up so weitermacht, könnte das Juicy Beats 2018 eines der rundesten Festivals der Saison werden.

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