Nur Gutes: BADBADNOTGOOD

BADBADNOTGOOD | Foto: C. Olthuis

BADBADNOTGOOD - der Bandname springt einen förmlich an. Und schlecht ist eigentlich garnichts an den vier Jungs aus Kanada. Kennengelernt haben sie sich während ihres Jazz-Musikstudiums, seit 2010 spielen sie zusammen. Bekannt sind sie vor allem für ihren Sound, eine Mischung aus Jazz und Hip Hop, und ihre zahlreichen Kollaborationen. Rapper wie Ghostface Killah oder Tyler the Creator ließen sich schon von ihnen begleiten, Elektro-Produzent Kaytranada und Jazzmusiker Colin Stetson sind auf dem neuen Album IV dabei.
Am 6.11. sind BBNG in Köln zu Gast, wir haben im Vorfeld mit Saxophonist Leland Whitty gesprochen.

Wovon werdet ihr beeinflusst und inspiriert?
Von einer ganzen Bandbreite an Genres: Brasilianische Grooves, Elektro, Ambient, Soul... Wir versuchen konstant, neue Musik zu entdecken, die wir uns dann gegenseitig vorspielen. Das trägt viel zur Entwicklung des Sounds bei. Auf den ersten beiden Alben allerdings sind die hörbaren Einflüsse auf jeden Fall Hip Hop und Jazz.

Wenn wir von den ersten beiden Alben sprechen – die waren ja noch ein bisschen „freier“, man hatte das Gefühl, ihr habt einfach gejammt und dann die Rosinen rausgepickt. Wie kam es jetzt zu dem arrangierteren, strukturierten Sound auf der neuen Platte?
Als wir die ersten Alben aufgenommen haben, hatten wir noch nicht den Luxus von unlimitierter Studiozeit. Das hatte zur Folge, dass wir einfach nicht so viel Fokus auf die Produktion legen konnten, weil wir lieber spielen wollten (lacht). Aber inzwischen haben wir unser eigenes Studio, mit sehr viel Equipment, da können wir uns alle Zeit der Welt nehmen, an unserem Sound zu feilen. Und natürlich, wie schon gesagt, hatten wir noch mehr Zeit, neue Musik zu entdecken. Da ändert sich automatisch der Sound. Er wird mit einem erwachsen.

Ihr arbeitet mit sehr vielen Künstlern zusammen. Wer steht noch auf eurer „Wunschliste“?
Wir sind so glücklich, mit all diesen verschiedenen Künstlern arbeiten zu dürfen. Diese Beziehungen wollen wir behalten und festigen. Das ist uns sehr wichtig. Heute ist es ja üblich, dass man sich einfach Files hin – und herschickt, und jeder nimmt seine Parts dann getrennt auf. Wir versuchen, immer am selben Ort zu sein, wie die Leute, mit denen wir kollaborieren. Das macht sehr viel aus, für die Aufnahme, aber auch für die Bindung. Und das merkt man dann daran, das immer wieder gemeinsame Projekte entstehen. Noname, Anderson.Paak und Frank Ocean stehen aber definitiv noch ganz oben auf der Wunschliste!

Und gab es einen Künstler, bei dem ihr euch heimlich sehr gewünscht habt, dass die Kollabo zustande kommt?
Wenn man uns vor fünf Jahre eine Liste gegeben hätte mit all den Künstlern, mit denen wir bald zusammenarbeiten werden, keiner von uns hätte es geglaubt. Darum hatten wir auch alle keine Wunschkandidaten, einfach, weil wir nie damit gerechnet hätten. Und jetzt, wo es so ist, freuen wir uns über jeden Gast! Es ist ein solches Geschenk, nicht nur selber Musik machen zu dürfen und damit Leute zu erreichen, sondern auch noch so viele Menschen involvieren zu können. Jedes Erlebnis in dieser Art war bereichernd und einzigartig. Egal, ob man "nur" musikalisch zusammengewachsen ist oder auch auf einer persönlichen Ebene.

Was war euer aufregendstes, verrücktestes Konzert bis jetzt?
Wir sind so viel auf Tour, wir versuchen uns immer zuerst auf die musikalischen Dinge zu konzentrieren. Wenn da was total abgefahrenes vor sich geht bekommen wir das meist als letztes mit (lacht). Aber als wir mit Ghostface Killah unterwegs waren, für die Sour Soul Platte, ist eigentlich fast jeden Abend irgendwas Lustiges oder Verrücktes passiert.

War es schon immer euer Plan, Musik zu machen und davon zu leben?
Ja und Nein. Wir machen alle schon sehr lange Musik, und egal, ob wir davon leben können oder nicht, ich glaube, keiner von uns wird jemals damit aufhören. Es gab nie den Punkt, an dem wir entschieden haben „Musik ist jetzt unser Job“, das hat sich entwickelt. Auch wenn man durch das Musikstudium natürlich eine bestimmte Richtung einschlägt. Wir haben auch viel Glück gehabt. Und uns ist klar, dass sich das auch schnell wieder ändern kann. Die Musikwelt ist ein hartes Pflaster. Aber bis es soweit ist, machen wir weiter.

Habt ihr Rituale? Bevor ihr auf die Bühne geht? Oder nach der Show?
Es ist schön, wenn man vor dem Gig Zeit hat, sich auszuruhen. Und sich dann aufzuwärmen. Aber ansonsten sind wir alle nicht so die Ritual-Typen. Nach der Show gehen wir gerne nach vorne zu den Leuten und unterhalten uns ein bisschen. Und bedanken uns für’s kommen!

Advertorial

Am Freitag, 01.12.2017, wird Bruno Müller, einer der zurzeit international gefragtesten Soul- und Jazz-Gitarristen, mit seiner eigenen Band im Glashaus Herten gastieren.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ist 19.30 Uhr. Tickets gibt es zum Vorverkaufspreis von 20 € direkt im Glashaus Herten, Hermannstr. 16, 45699 Herten, Tel. 02366-303232, oder per Mail unter 

feicki@t-online.de. Der Preis an der Abendkasse beträgt 24 €. [MEHR…]

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