Alice Cooper – Böse Überraschungen

| Foto: Irmine Estermann

Alice Cooper ist ein Unikat des Bösen, seine Shows sind legendär und locken, wenn man sich am Samstag beim einzigen NRW-Konzert in Krefeld umsah – bereits die dritte Generation von Fans in die Dunkelheit. Der Auftritt im Königpalast wird zur wunderbaren Mischung aus Rockriffs und Blutrunst.

„Ihr seid auserwählt für eine Nacht mit Alice Cooper“, dröhnt es kurz nach 21 Uhr am Samstag durch den dunklen Königspalast: Zwei schwarz geschminkte Augen mit Spinnen in den Pupillen starren von einem Vorhang in die Menge, das Make-up ist seit jeher das Markenzeichen des Schock-Rockers. Und auch wenn der Begriff „auserwählt“ an diesem Abend leicht übertrieben scheint – immerhin ist das Konzert nicht ausverkauft – die Show rund um den Maestro des Horrors zieht in ihren Bann.

Ungebrochenes Charisma

Alice Cooper ist einfach Alice Cooper: Sicherlich haben einige, was Schockeffekte auf Bühne angeht, mittlerweile noch Einen, Zwei oder sogar Drei draufgesetzt, darum geht es allerdings an diesem Abend nicht. Das Charisma, das von der Ikone des US-Rock auch nach mehr als 50 Jahren noch ausgeht, ist ungebrochen und die Fans kommen, um genau diese Show zu sehen und nicht den neuesten Specialeffekt. Dafür hat Alice Cooper vor vielen Jahren eine eigene Liga kreiert und bleibt dieser Linie auch noch mit 69 Jahren (endlich ist er so alt wie er schon lange mit Make-up aussah) treu. Das fängt bei den regelmäßigen Wechseln seiner düsteren Kluft an, geht über das Erwachen eines drei Meter hohen Frankenstein-Monsters bis hin zur Inszenierung von Coopers Enthauptung durch die Guillotine mitten auf der Bühne, bei der auch seine Tochter als Horrorkrankenschwester ihre Finger im Spiel hat. Mit dabei ist natürlich auch das fast schon dirigentenhafte Spiel mit dem Stock. Genauer gesagt mit mehreren Stöcken: Der erste landet bereits am Ende des ersten Songs „Brutal Planet“ mit einem gezielten Wurf im Publikum. Ebenso gehört es zum Auftritt, dass der King of Shock Rock bis auf ein „Thank you“ nicht mit seinen Untertanen spricht. Ganz im Gegensatz zur Vorband „Thunder“, bei der die vielen Animationsversuche etwas deplatziert wirkten und häufig ähnlich von Publikum aufgenommen wurden.

Malcolm Young geehrt

Musikalisch ist es ein wunderbarer Abend samt beeindruckendem Gitarrensolo von Nita Strauss zu Ehren des gerade verstorbenen AC/DC-Mitbegründers Malcolm Young. Die zwei größten Hits sind wohl platziert: Poison kurz nach der Hälfte der etwa zweistündigen Show und „School’s Out“ als einzige Zugabe. Für einen Überraschungseffekt sorgt zum Schluss die Düsseldorfer Rockröhre, Doro Pesch, die mit Alice Cooper gemeinsam das Publikum in die düstere Nacht verabschiedet. Irmine Estermann

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