Orchid: Dämonenbrut

Sie kommen aus dem sonnigen San Francisco, doch aktuell sind Orchid sehr oft in Europa unterwegs. Ihrem Sänger Theo Mindell gefällt das ausgesprochen gut: „Das Interesse für langsamen Okkultrock ist in Deutschland oder Skandinavien größer als in den Vereinigten Staaten“, sagt der langhaarige Rocker, der die Aufmerksamkeit für seine Doom-Metal-Band wirklich genießt.

Vor zwei Jahren waren Orchid Headliner auf dem Roadburn-Festival im holländischen Tilburg, seitdem steigt ihre Popularität quasi im Minutentakt. Aktuell sind die Hardrocker mit Blues Pills und The Scorpion Child unterwegs auf Tour. Auf ihren neuen Album „The Zodiac Sessions“ klingt das Quartett sehr nach den 1970er Jahren, vor allem das Frühwerk von Black Sabbath steht bei den persönlichen Präferenzen ganz oben: „Ihr Album ,Sabbath Bloody Sabbath’ war das zweite , das ich mir je gekauft habe“, sagt Theo, „es ist die definitive Blaupause für guten Heavyrock. Es vermischt die dunklen Blues- und Jazz-Einflüsse der Band mit komplexen Songstrukturen. Nach vielen Jahren klingt diese Platte frisch und genau so, wie eine Band in diesem Genre klingen muss.“

Auch klassischer Heavy Metal wird von Theo, der übrigens auch die Cover und Konzertplakate für Orchid gestaltet, sehr verehrt: „Für mich hat eine Band wie Mercyful Fate alles, was ich von einer satanischen Okkultband erwarte: Sie sind in erster Linie beängstigend. Diese unglaublichen Geschichten von kreischenden Dämonen, dem Knurren der Wikinger und der martialische Ruf in den Krieg – einfach stark. Keine Frage: Sänger King Diamond ist ein Meister!“

Alles Kommerz?

In der Heavy-Metal-Szene wird aktuell der übertriebene Kommerz gerade von vielen Fans in Frage gestellt. Wenn Motörhead nach dreißig Minuten ihr Konzert auf dem Wacken-Festival abbrechen, berichtet Bild-Online darüber mit einem übergroßem Feature, ausgesuchte Rotwein-Editionen von Slayer haben nur wenig mit dem Frühwerk der Band zu tun, und Metal-Kreuzfahrten, auf denen sogar Death-Metal-Bands wie Amon Amarth neben dreißig weiteren Combos spielen, sind zwar schnell ausgebucht, bleiben für Puristen dennoch fragwürdig. Auch Metallica, die populärste Metaltruppe der Welt, hat in den letzten Jahren viel an Bodenhaftung verloren, doch Theo stört das nicht weiter. „Für mich ist ,Ride The Lightning’ das wahrscheinlich größte Metal-Album aller Zeiten. Wie hier jede Hymne mit Riffs und Refrains ausstaffiert und dazu ein lyrisches Themenspektrum addiert wurde, das sich um Verzweiflung, Tod, Ausweglosigkeit und Verlustängste dreht – das ist eine Klasse für sich!“

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VÖ: 26.4. Nuclear Blast/Warner

Orchid: The Mouths Of Madness

Doom-Metal und Okkult-Rock erleben gerade eine erstaunliche Renaissance. Orchid klingen im Verhältnis zu den Genre-Großmeistern Black Sabbath wie ein trashiges Abziehbild. Eine brachial-authentische Produktion wird zudem präsentiert, die Drums scheppern, als hätte die Band im Zimmer nebenan ihren Proberaum. Während die Band von Ozzy Osbourne und Tony Iommi als Stanley Kubrick des Genres gilt, sind [mehr...]


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