Lion Twin: Rundum-Sorglos-Paket aus Metal und Pop

| Foto: Ralf Silberkuhl

Wuppertal ist voller Metal. Seit Jahrzehnten. Und eine Frau, an der man in der letzten Zeit nicht mehr vorbeikommt, ist Liane Vollmer-Sturm.

Nachdem sie als Frontfrau in den verschiedensten Bands und Projekten immer wieder auffiel, scheint sie mit Lion Twin inzwischen ein echtes Zuhause gefunden zu haben. Endlich, möchte man sagen, denn hier scheint sie genau das zu machen, was sie schon immer wollte. Die andere Seite der hartmetallenen Münze zeigt uns dann einen weiteren gestanden Heroen der Szene: Jan Koemmet, Gitarrist, Komponist und Texter, und der hat eine ähnlich vielseitige musikalische Vergangenheit und scheint mit Li, wie sich die Sängerin nennt, nun seine Wunschbesetzung am Mikrophon gefunden zu haben.

Lion Twin nennen sie ihr Duo und füllen das umgehend mit reichlich Inhalt. Und da machen die beiden keine halben Sachen. Produziert in Nashville, stellen sie sich dem Kampf um die Aufmerksamkeit der Pop-Metal-Gemeinde aus dem Stand mit einem einstündigen Album. Sorgfältig produziert und abwechslungsreich geschrieben, verarbeiten sie Einflüsse des gesamten Genres seit den Mittachtzigern, und die reichen von Thin Lizzy über Accept bis hinein in die Klassik und den Folk. Aber keine Frage, das ist Metal, poppig und kraftvoll, mal getragen mal up-tempo, eigentlich sogar radiotauglich, wenn da nur nicht immer gleich um die sechs Minuten pro Song fällig wären. Ach ja, und natürlich heißt die Scheibe „Nashville“, und da findet man selbstverständlich auch eine ganze Reihe szenebekannter Namen, was dann auch live zu beeindruckenden Ergebnissen führen dürfte – die Betonung liegt natürlich auf Druck.

Weil Lion Twin jetzt aber schon mal dabei sind, machen die beiden das Maß dann auch gleich randvoll und geben ihrer CD-Präsentation von Anfang an den richtigen Schub. Zusammen mit Distance Call und Dawn Of Destiny laden sie zur Female Fronted Night in die Wuppertaler Börse und werden da wohl genauso wenig sparsam agieren. Die Konkurrenz ist hart, aber ihr Rundum-Sorglos-Paket aus Metal und Pop, druckvoller Live-Präsenz und schweißtreibender Studio-Arbeit ist mit viel Einsatz geschnürt.

Mehr Musik Features

Musik von hier, CDs

Kairo: Son of Gold

Indierock plus irgendwas mit Post: so klingen Kairo. Die Oberhausener [mehr...]
Konzert, Stadtgespräch

Freefall Festival: The Last Bang Th...

„Wenn wir gehen, dann mit einem lauten Knall!“ Beim 10-jährigen Jubiläum, [mehr...]
21. – 23.8. Moerser Stadtpark
Konzert

Halleluyeah 5

Wo könnten atmosphärische Indiegitarren oder auch ein ordentliches [mehr...]
22.8. Pauluskirche, Dortmund

Konzertreviews

Konzert | Dagewesen | Köln

Sexy: Das Robert Glasper Trio im Club Bahnhof Ehrenfeld

Das Fazit eines musikalischen Abends mit dem Robert Glasper Trio: In den [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Gelsenkirchen

Dagewesen: AC/DC auf Schalke

Völlig durchgeschwitzt, auf dem Boden liegend und mittlerweile nur noch in [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Bochum

Fotostrecke: Fish in der Zeche Bochum

In der ausverkauften Zeche entwickelte sich rasch eine Stimmung, die [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Dortmund

Verliebt: Die Intergalactic Lovers im FZW

Wir waren bei den Intergalactic Lovers im Dortmunder FZW und brauchten [mehr...]
Konzert | Dagewesen | Mülheim

Fotostrecke: Castle Rock 2015

Castle Rock 2015 in Mülheim: u.a. mit Joachim Witt, Staubkind, Whispers in [mehr...]