André Meisner: Kreatur mit Saxofon

| Foto: Sebastian Lehmann

Ein Saxophon muss nicht immer nur Jazz-Soli spielen. André Meisners Projekt Kreatur besteht aus Mensch und Blasinstrument, vertraute Saxofon-Klänge ergänzt der 31-jährige Duisburger um Effekte und Trommelsounds. Sein Debütalbum verarbeitet die Frage: Wer oder was ist der Mensch? Inga Pöting wollte mehr wissen.

Muss man Jazzfan sein, um deine Musik zu mögen?

Durch das Instrument und die Kontakte in die Szene kriegt meine Musik natürlich schnell den Jazzstempel aufgedrückt. Ich würde sie aber nicht als Jazz bezeichnen. Die Musik ist sehr farbenfroh und nicht kommerziell. Grundsätzlich hat jeder die Chance, das Projekt zu mögen – ich habe auch schon in der VHS für 70-Jährige gespielt, und das kam super an.

Wie klingt das Album „Kreatur“?

Bewusst vielseitig. Ich habe viel improvisiert und dabei geguckt, welche Ideen sich bei mir als Ohrwurm festigen. Grundsätzlich gibt es immer Songstrukturen, keine wilden, freien Improvisation. Zu den Stücken gehören oft Geschichten, sodass ich bei Konzerten einen Kontext geben kann und die Leute passende Bilder zu der Musik bekommen.

Kannst du alles live umsetzen?

Ja! Die CD kann man hören, als ob die Musik gerade live gespielt wird. Die Leute denken immer, sobald sie eine Bassdrum hören, dass irgendwas vom PC kommen muss. Ich erzeuge aber sämtliche Klänge auf dem Saxofon, auch das Geklopfe – manchmal, bis die Bühne bebt! Dazu benutze ich drei Mikros, einen Harmonizer und einen Laptop und steuere das Ganze mit Pedalen. Zusätzlich kommt das Visualitätenkabinett Erika mit auf die Bühne. Die VJs improvisieren live mit Videos, Bildern und Farben.

 

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