Skyline Studios: Suche nach dem bestmöglichen Klang

| Foto: Christof Wolff

Ob Beatsteaks oder BAP, Ja, Panik oder Juli, Slut oder Silbermond: Das musikalische Schaffen der genannten Künstler könnte unterschiedlicher kaum ausfallen und doch eint sie alle die Suche nach dem bestmöglichen Klang. Fündig wurden sie und viele andere Musiker in der Skyline Tonfabrik des Düsseldorfers Kai Blankenberg. Sein Audio Mastering Studio ist eine wahre Institution für den letzten Schliff, bevor die Musik auf den Markt drängt.

Der Weg ins Studio führt über einen Hinterhof unweit des S-Bahnhofs Flingern und vorbei an einer kleinen, einladenden Terrasse. Die offene Küche und gemütliche Sitzecke verbreiten auf Anhieb WG-Atmosphäre und so mancher Musiker bleibt nach getaner Arbeit gern noch auf einen Kaffee. Drei bis fünf Mitarbeiter treiben sich täglich in den Räumlichkeiten rum, in denen auch Blankenbergs Zwillingsbruder Tom das Tonstudio DokTon für die Audiopostproduktion von Dokumentarfilmen und Reportagen betreibt. Privates und Geschäftliches vermengen sich hier schnell, und das auch gern. Vorbei an Couch und Klavier, den Blick ins Nebenzimmer gerichtet, wird jedoch umgehend deutlich, dass Professionalität für Blankenberg oberstes Gebot ist: Eine riesige, U-förmige Konsole, in technokratischem Weiß gehalten und mit unzähligen Knöpfen und Schaltern ausgestattet, erinnert Laien vermutlich an die Schaltzentrale eines Raumschiffs. Hier verleiht der Mastering Engineer mit geschultem Ohr den fertig gemischten Tonspuren einen neuen, besseren Klang.

„Dies ist jedoch kein Aufnahmestudio, sondern ein Mastering-Studio“, erläutert Blankenberg. „Alles ist bereits aufgenommen und gemischt, bevor es hier lediglich für den letzten Schliff landet. Die Stücke eines Albums sind meist noch ein buntes Sammelsurium, die Summe der einzelnen Teile ergibt noch kein Mosaik.“ Er sagt dies mit gelassener Bescheidenheit und verweist darauf, dass das Mastering kein offiziell anerkannter künstlerischer Zweig ist. Sein Beruf, so der Quereinsteiger, der sich vom Praktikanten zum Partner und schließlich zum Chef des eigenen Studios hochgearbeitet hat, gelte als ein technischer. „Ich kann sicherlich alles besser dastehen lassen, aber keinesfalls retten, was von Grund auf misslungen ist. Gutes Soundmaterial könnte ich aber selbst mutwillig nur mit allergrößter Mühe ruinieren. Daher sehe ich selbst meine künstlerische Rolle als eher klein an.“

Damit stapelt er allerdings tief, denn unzählige namhafte Künstler schätzen seine Erfahrung. Darunter die bereits erwähnten und weitere Größen des Geschäfts wie die Toten Hosen, Tocotronic, Philipp Poisel und Die Sterne, aber auch internationale Stars wie Lady Gaga und Nelly Furtado. „Ich bin kein Fan von Name-Dropping, aber Referenzen sind natürlich wichtig, das ist mir klar“, so Blankenberg. „Kundschaft erlangt man meistens darüber, dass die Leute deinen Namen auf den Platten lesen. Wenn du eine große Veröffentlichung hast, merkst  du das meist kurz darauf im Terminkalender.“ Grundsätzlich steige die Notwendigkeit zu mastern stetig, da das schiere Aufkommen von Musik gewachsen ist, seit Heimcomputer eine Produktion ohne allzu große finanzielle Mittel ermöglichen. „Eine Veröffentlichung mit ernsten Ambitionen kommt um die finale Qualitätskontrolle durch den Profi aber nicht herum“, ist sich Blankenberg sicher und fürchtet das vielfach beschworene Studiosterben nicht. „Dem Zweig Mastering wird es auch in Zukunft gut gehen.“ Trotz namhafter Interpreten, vollen Terminkalenders und hunderten von Alben, Singles und Remixes, die jedes Jahr durch Festplatte und Ohren wandern, zählen auch kleinere Bands zum Kundenkreis der Skyline Tonfabrik. Für den Engineer eine Selbstverständlichkeit, auch wenn die Arbeit des Profis bei 80 bis 100 Euro die Stunde nicht für Jeden so einfach zu zahlen ist. „Aber ich lasse mit mir reden. Ich kenne ja die andere Seite, bin selbst Musiker und schicke niemanden gerne weg.“

Trotz der vielen Arbeit ist die Leidenschaft Blankenbergs für die Musik ungebrochen. „Es ist schon von Vorteil, wenn man die Musik versteht, im Idealfall liebt und darin aufgeht. Mein Hauptbetätigungsfeld ist sicherlich Rock und Pop, aber es gibt da keine Einschränkungen oder Musik, die ich nicht verstehen oder mastern kann. Bei ganz ausgefallenen Sachen frage ich schon mal nach einer Referenz um sicherzustellen, dass ich auf die richtigen Dinge geachtet habe und es sich stimmig anhört.“ Blankenberg selbst ist Bassist der Band Subterfuge und werkelt seit einiger Zeit an einem Soloalbum, auch wenn bis zur Veröffentlichung sicherlich noch ein oder zwei Jahre vergehen werden. „Ich will halt, dass es wirklich gut wird.“ Das eigene Werk als weitere Referenz und stetige Suche nach dem bestmöglichen Klang.

skyline-tonfabrik.de

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