Irievoir und Merci: Irié Révoltés nehmen Abschied in Oberhausen

| Foto: Irmine Estermann

Es gibt dieses besondere Gefühl, wenn beim Konzert das vermutlich letzte Lied anfängt. Das Publikum rastet dann noch mal so richtig aus, saugt noch mal alles auf, was da an Tönen von der Bühne kommt, die Band schmeißt ein letztes Mal alle Kraftreserven zusammen und dreht völlig auf  – so war es auch am Sonntag bei Irié Révoltés in der Turbinenhalle – allerdings nicht nur bei den vermeintlichen Schlussakkorden sondern für etwa drei Stunden. Durchgehend. Irgendwie war da aber auch jedes Lied das letzte: Denn nach 17 Jahren soll Ende 2017 Schluss sein. Seit der Gründung 2000 in Heidelberg hat sich so einiges angesammelt, was noch dringend einmal live gespielt und vor allem nochmal gehört werden wollte.

Denn auf ihrer Abschiedstour wollen sowohl die glücklichen Rebellen als auch die Fans ein letztes Mal gemeinsam richtig die Sau raus lassen. Die Ska-Reggae-Dancehall-Hiphop-Party mit klaren Texten gegen Kapitalismus und rechtes Gedankengut kocht vor und auf der Bühne, allerdings im friedlichen Miteinander, da sind sich alle einig. Zwei Mal unterbricht Sänger Carlito Songs, weil jemand im Publikum zu Boden gegangen ist. Nach der Tour geht es für ihn übrigens solo weiter: Zwei seiner neuen Lieder hat er direkt mitgebracht, die passen ganz stimmig ins Konzept. Übrigens ebenso stimmig wie der Opener, der aus dem Band-eigenen Schlagzeuger besteht. Es ist ein würdiger Abschied vom Ruhrgebiet, den die Band da ihren Fans bereitet und noch ein letztes Mal ein deutliches musikalisches Zeichen setzt für Menschlichkeit und gegen Rassismus, Ausgrenzung und – das machen Irié Révoltés an diesem Abend sehr deutlich – gegen die AfD. Irmine Estermann 

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