Ende der Revolution: Irie Révoltés machen Schluss

Mal Élevé und Carlito in Aktion | Foto: Julian von Schuhmann

Irie Révoltés machen Schluss - nach 17 Jahren fast nonstop auf Tour beenden sie ihre Reise als Band. Die Ska-Helden aus Heidelberg sind dafür bekannt, in ihren Songs kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Tossia Corman hat mit den Sängern (und Brüdern) Mal Élevé und Carlito über Politik, Engagement und den richtigen Moment zum Abschied-nehmen gesprochen.

Habt ihr das Gefühl, dass politisch motivierte Musik heute wichtiger ist als vor 17 Jahren?

Mal Élevé: Es ist leider weltweit momentan ein enormer Rechtsruck und Rassismus zu sehen und faschistoide Ideen werden überall wieder beliebter. Von daher ist es heute mindestens genauso wichtig wie vor 17 Jahren. Neben dem ganzen Negativen hat sich aber auch viel bewegt und getan. Es gibt viel mehr Alternativen, nachhaltige, solidarische Ansätze.

Carlito: Politisch motivierte Musik war, ist und wird immer wichtig sein. Musik bzw. Kunst kann der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Da Musik immer emotional ist, bewegt sie uns.

Ihr engagiert euch neben der Musik stark in sozialpolitischen Belangen – denkt ihr, eure Bekanntheit ist hilfreich dabei? 

M: Klar. Auf jeden Fall ist es eine Plattform, um viele Menschen zu erreichen mit all den anderen Projekte, die wir noch machen.

C: Wir haben die Musik von Anfang an als Brücke genutzt. Aus diesem Grund ist Irie Révoltés keine Band, sondern ein Projekt, welches ohne einen der beiden Pfeiler - Soziales und politisches Engagement sowie Musik - nicht stehen könnte. Unser Ziel war und ist es, Leute zu motivieren die aktiv sind und ihnen Kraft zu geben. Gleichzeitig versuchen wir, neue Menschen zu erreichen, die bis Dato nicht sozial oder politisch aktiv waren.

| Foto: Julia Hoppen

Jetzt hört ihr auf – warum?

M: Wir hatten alle das Gefühl, dass nun der Beste Zeitpunkt dafür ist.

C: Es sind Ende des Jahres, nach den beiden Abschluss-Tourneen, 18 Jahre, die wir ohne Pause in dieses Projekt investiert haben. Nichts geht für immer. Selbst das Universum wird irgendwann implodieren. Das „richtige“ Ende gibt es nicht. Wir haben alle Lust, mal was anderes zumachen. Einige der aktuellen Mitglieder werde auch beruflich komplett andere Wege gehen. Es ist schöner, sich für ein Ende entscheiden zu können, als durch Streit oder andere unvorhersehbare Dinge beendet zu werden. Auch wenn es am Ende natürlich schmerzt.

M: Wir wollen das, was wir zusammen angefangen haben, auch zusammen beenden. Mit einem großen Knall!

Habt ihr erreicht, was ihr erreichen wolltet, als Band?

M: Für mein Empfinden JA. Ich hatte nie eine bestimmte Vision oder ein bestimmtes Ziel, dass ich mit der Band erreichen wollte. Ich wollte Menschen bewegen und zum Nachdenken anregen.

C: Von Album zu Album, von Konzert zu Konzert, von Demo zu Demo Menschen bewegen, selbst sozial oder politisch aktiv zu werden, war und ist unser Motor.

M: Und ich glaube, das haben wir mit der Band geschafft.

Was werdet ihr am meisten vermissen?

M: Die Energie auf der Bühne, die uns mit dem Publikum vereint.

C: Das Unterwegssein mit der ganzen Irie-Crew und das Einswerden mit dem Publikum.

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