Rock aus dem Pillenkoffer

ProZak Five

Wuppertaler Musiker sind wie Betriebssysteme: Multitaskfähig, kommunikativ und nicht immer frei von Abstürzen. Möglicherweise war dies der Grund, warum sich ProZak Five den Glücklichmacher schon im Namen verabreichen.

Drummer Leonardo Bardelle frönt seit Jahren dem Band-Hopping. Zurzeit sitzt er nicht nur bei ProZak Five, sondern auch bei Kenobi und the.spines hinter der Schlagbude. Dort zelebriert Bruno Körner das Spiel mit dem Sechssaiter, und zusammen sind sie 50 Prozent von P 5. Aber sie sind nicht der Anfang. Denn am Anfang war John Keane. Der aus Irland stammende Musiker mit englischen Wurzeln, der sich seit seiner Punktlandung in Wuppertal 1993 in akustischen Solo-Läufen übte, ließ sich 2007 von Winston-Bassist Basti Bauer ermutigen, eine Band zu gründen. Kontakte sind in der umtriebigen Wuppertaler Szene das geringste Problem, und so landete John bei Leo und Bruno, die ihm das instrumentale Umfeld für sein gewaltiges Stimmvolumen lieferten. „Die Folkmusik war mir nicht dynamisch genug, ich sah dort keine Möglichkeit, mich zu entfalten.“

Als vor zwei Jahren Benjamin Bussas den Posten des Bassisten endgültig besetzte, hatte John die Besetzung gefunden, um seine musikalischen Visionen umzusetzen. „Wenn ich Musik mache, dann ist es niemals nur ein Projekt, bei dem man auch mal nicht so engagiert bei der Sache sein kann. Auch wenn wir selten live spielen können, so ist ProZak Five doch eine richtige Band.“ Das unterschreibt auch Leo, der Vielbeschäftigte. „Die Songs sind von uns allen komponiert worden. John schreibt die Texte und hat oft auch die Grundidee, die wir dann beim Proben alle zusammen weiterentwickeln. Alle beteiligten Musiker stehen somit voll hinter dieser Band.“

Wer zur Beschreibung vom P5-Sound mehr als Alternative Rock braucht, kann Namen wie Led Zeppelin, Joy Division, Foo Fighters, Incubus, QOTSA oder Muse in einen Mixer werfen und so lange, rühren bis ProZak Five raus kommen. Das selbstbetitelte Album soll im Herbst erscheinen, einen genauen Termin gibt es noch nicht. Es war das letzte Album, welches der verstorbene Wuppertaler Produzent Tim Buktu gemastert hat. Das Artwork hat John, der seinen Texten gerne eine sozialpolitische Zweideutigkeit verleiht, die er hinter der Fassade eines Lovesongs versteckt, in filigraner Feinarbeit gebastelt. „Es wird dazu eine Special Edition in gestanztem Leder geben, wodurch die Verpackung wie ein Pillenkoffer aussieht.“

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