NOW! zurücknachvorn

Hauschka | Foto: Mareike Foecking

Abseits der Konventionen

Im zweiten Jahr seines Bestehens widmet sich das NOW!-Festival in der Philharmonie Essen unter dem Motto „zurücknachvorn“ der Standortbestimmung der zeitgenössischen Musik. Ist die Moderne bereits vergangen? Leben wir heute in der Postmoderne?

Präsentiert werden Werke von Komponisten, die sich formell an bekannten Vorlagen wie Sonaten, Sinfonien und Streichquartette orientieren, ohne dabei Altes zu kopieren. Stattdessen soll der Blick in die Vergangenheit neue Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Vorbilder sind also erlaubt und werden im Fall Schubert mit dem Titel „Lied für Orchester“ von der musikFabrik mit einer Hommage bedacht.

Weitere Gäste sind die Essener Philharmoniker, das Ensemble Modern, das Arditti Quartett, das WDR Sinfonieorchester Köln, Splash – Perkussion NRW und Sängerinnen wie Angelika Luz oder Sarah Wegener. Neben den Konzerten geht es beim Symposium auch um die theoretischen Hintergründe und aktuelle Fragestellungen.

Fernab des akademischen Diskurses formuliert der Düsseldorfer Pianist und Komponist Hauschka seit 2004 seine ganz eigene Antwort. Am präparierten Klavier verbindet er die Experimentierfreude eines John Cage mit den Meditationen Erik Saties und wie sein aktuelles Soloalbum SALON DES AMATEURS belegt, verharrt er dabei keineswegs in der Vergangenheit: Hauschka verlässt die Konventionen, spielt mit den Formeln des Pop zwischen Hip-Hop und elektronischer Tanzmusik und erschafft dabei Stücke voller Melancholie und Romantik.

Mit den Jahren ist Hauschka zum Reisenden geworden, den seine Auftritte nach Japan und quer durch die USA führten. Die Begegnung mit fremden Orten begründet seine Neugier und Offenheit für Neues, die auch Kooperationen mit der isländischen Cellistin Hildur Gudnadottir oder der US-amerikanischen Geigerin Hilary Hahn prägen.

Zum Abschluss des Festivals werden Kompositionen von Schülern aufgeführt, die über mehrere Wochen mit professionellen Komponisten und Musikern zusammengearbeitet haben. Das Orchesterwerk "Double up" von Simon Steen-Andersen, das ebenfalls auf dem Programm steht, stand dabei Pate für den Umgang mit Sampler- und Orchesterklängen. Vielleicht ist unter den Schülern ja ein Komponist für eines der nächsten NOW!-Festivals?

philharmonie-essen.de

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