Musik wie gemeinsames Atmen

Kit Armstrong gilt als Wunderkind | Foto: Irene Zandel

Und jetzt alle: Mit 3B präsentiert Bratschistin Barbara Buntrock Bach, Beethoven und Brahms. – Zum zweiten Mal nach 2011 wird in der Immanuelskirche das ganz große Kammermusik-Festival 3B gefeiert. Erneut kommt hier die junge, aufstrebende, internationale Klassikelite zusammen.

„Wir sind ein gewachsenes Team“, strahlen Mitte September die künstlerische Leiterin Barbara Buntrock und Produktionsleiterin Magdalene Zuther. Bereits im September 2011 stemmten sie die Debütausgabe des Kammermusik-Festivals 3B; nun geht das Ausnahme-Festival in eine zweite Runde. 3B ist den Altmeistern Bach, Brahms und Beethoven gewidmet, umfasst vier Konzerte und ein Rahmenprogramm. So steht die Wichlinghauser Immanuelskirche für fünf Tage ganz im Zeichen der Kammermusik, der schon Goethe attestierte, dass das Spiel eines guten Streichquartettes wie ein Gespräch unter vier vernünftigen Leuten klinge. An einem zusätzlichen Tag kann man einem öffentlichen Meisterkurs des Leipziger Streichquartetts in der Musikhochschule beiwohnen, nachdem man ihm am Vorabend beim Konzert gelauscht hat. Gemeinsam mit Barbara Buntrock eröffnet das international etablierte Quartett nämlich das Festival am 22. Oktober mit Beethovens „Der Sturm“.

Geschenk an Wuppertal

Die teilnehmenden Solisten, die unter anderem aus Amerika, Polen und Frankreich kommen, brennen förmlich darauf, in neuen Konstellationen ihre Energie freizulegen. „In der Kammermusik ist es oft so, dass man das Gefühl hat, es töne ein einziger Klangkörper. Es ist wie gemeinsames Atmen“, so Magdalene Zuther. „Und die Musiker, die verstreut in Europa leben, sich untereinander aber häufig gut kennen, freuen sich schon sehr darauf“, erzählt die Wuppertalerin Barbara Buntrock, die in Berlin lebt und von da aus ihrer Kunst nachgeht. Das Festival organisiert sie in ihrer Heimatstadt, wo sie in einer Musikerfamilie aufgewachsen ist. „Es ist auch ein Geschenk an die Stadt.“ 13 Künstler hat sie dazu diesmal zusammengeholt, größtenteils aus der jungen internationalen Klassikelite. „Als Größe aus der hiesigen Region konnte ich den Bratschist Werner Dickel gewinnen.“

Klassik als Club

Neben den Konzerten ist oben erwähnter Meisterkurs im Programm; zudem wird ein Rhythmus-Klang-Workshop für Erwachsene und Kinder ab Grundschulalter bei Uwe Fischer-Rosier angeboten, und Neuland betritt das Festival mit der Late Night Lounge: Hier ertönen neben Celloklängen von Isang Enders auch elektronische Keyboardsounds des Pianisten Julien Quentin. Der wiederum spielt Konzerte mit David Garrett. Hochmodern und das Gegenteil von angestaubt das Ganze, also. Kammermusik 2012, 3B 2.0, quasi.

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