The Flying Eyes: Entscheidende Begegnungen

Die kleine feine Plattenfirma Nois-O-Lution aus Berlin hat immer wieder ein gutes Händchen für auffällige Rockbands mit individueller Note. Labelmacher Arne Gesemann ist diesmal in Baltimore, USA, fündig geworden, denn daher kommt das Psychedelic-Blues-Quartett The Flying Eyes.

Diese Band ist noch blutjung und spielt so leidenschaftlich und emotional, dass es eine wahre Freude ist. Sänger William Kelly und seine Mitstreiter Adam Bufano, McLean Hewitt und Elias Schutzman sind um die zwanzig Jahre alt. Die Musik, die sie machen, stammt aber ausnahmslos aus dem Jahrzehnt der psychedelischen Drogen und Beatnik-Literatur. „Vor ein paar Jahren“, sagt Adam Bufano, „haben wir den Bogen mit unserer Vorliebe für Musik aus den 60er Jahren ein wenig überspannt, aktuell hören wir wieder relativ zeitgenössische Bands wie Spiritualized, The Black Angels, Sigur Ros oder Dead Meadow. Zu Zeiten der Produktion von ,Lowlands’ habe ich aber mal wieder meine liebsten Scheiben von den Doors, 13th Floor Elevators oder Leonard Cohen rausgekramt.“

Das Ergebnis ist intensiv, ihr Retro-Stoner-Rock ausdruckstark, was vor allem am markanten Gesang von Kelly liegt, der in der Nähe von Doors-Sänger Jim Morrison oder Glenn Danzig anzusiedeln ist. The Flying Eyes, die sich nach einem Science-Fiction Roman aus dem Jahr 1963 benannt haben, können ihre Stärken gezielt auf den Punkt bringen. „Jedes Album reflektiert, wo wir als individuelle Persönlichkeiten und auch als Gruppe stehen. Begegnungen mit Menschen und Erfahrungen, die uns umgeben, sind entscheidend. Wenn wir unser nächstes Album aufnehmen, kann das schon wieder ganz anders klingen.“

Doch zuerst ist die Band auf Tour, im Spätsommer spielt sie ganze fünfzig Shows in Europa. „Da ist jeder Gig ein Highlight für mich, denn was man auf Tour an Erkenntnissen sammelt, ist ja der Fundus, aus dem wir unsere Songs schreiben.“

Doch das Leben eines Rock’n’Rollers hat auch seine Schattenseiten: „Es kostet schon viel Kraft, unser normales Leben mit Nebenjobs und die Band unter einen Hut zu bekommen. Das ist manchmal stressig, aber im Prinzip bringt uns nichts aus Ruhe. Unser Bestreben ist es, die Band weiter nach vorne zu bringen!“

 

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