Enforcer: Die Hoffnung trägt Spandex

Heavy-Metal-Bands mit Flying-V-Gitarren müssen nicht nur „true“ sein, sondern der Welt der Hypes etwas entgegensetzen. Das neue Album von Enforcer, „Death By Fire“, das beim süddeutschen Label Nuclear Blast erschienen ist, ist dynamischer und kompromissloser Oldschool-Metal.

Aus der kleinen Stadt Arvika in Schweden kommt das Quartett, dessen Musik so hämmert, als ob die „New Wave of British Heavy Metal“ mit deutlichen Speed-Attacken aufgemotzt wurde: Doppelläufige Gitarren-Duelle, die an Schwertkämpfe erinnern, paaren sich hier mit einem zappeligen Donnergrollen von der Rhythmusfraktion. Darüber klebt manisch überdrehter Falsettgesang, der nicht erwachsen werden will. Ihr dritter Longplayer klingt manchmal wie Iron Maiden zu „Powerslave“-Zeiten. „Für die Studio-Sessions“, sagt Olof Wikstrand, der als Sänger und Gitarrist so etwas wie der Kopf der Band ist, „haben wir uns sehr viel Zeit gelassen, damit am Ende auch jedes Detail stimmt. Songs müssen reifen und brauchen einfach jene Art von Muße, die wir nicht haben wenn wir auf Tour sind. Wir haben leider kein fahrbares Studio zur Verfügung, wenn wir unterwegs sind.“

Im April und Mai tourte die Band durch Südamerika und absolvierte allein 21 Gigs in Brasilien – dazu Stippvisiten in Paraguay, Chile, Bolivien und Argentinien. „Es war spitzenmäßig“, sagt Olof, „alle Gigs waren sehr gut besucht. Die Reaktionen des Publikums waren absolut unbeschreiblich.“

Mit der Ausrichtung des neuen Albums konnte die Band Fan- und Kritikerherzen gleichermaßen erwärmen. Die Songstrukturen sind gegenüber den Vorgänger-Alben noch rifflastiger ausgefallen, weisen aber die genretypischen Power-Melodien und Stahlgewitter-Hooks aus, was dem Reinheitsgebot der Headbanger-Lehre sehr nahe kommt. „Das ist unser Ding, so wie wir das durchziehen“, betont der Sänger selbstbewusst, „und das soll keine explizite Hommage an vergangene Zeiten sein. Wir machen die Musik, die wir selbst hören wollen. Wir sind eine junge Band, die vor einem jungen Publikum spielt. In meinen Augen sind wir, ich hoffe das klingt jetzt nicht abgehoben, eine moderne Band.“

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