Universe: Altes Eisen neu geschmiedet

Universe | Foto: Astrid Heups

25 Jahre nach Bandgründung befinden sich Universe wieder auf der „Mission: Rock“.

Sie waren ein Jahrzehnt lang das Wuppertaler Aushängeschild in Sachen Melodic Power-Metal. „Universe gründeten sich 1989 aus der Asche der Axe Victims, veröffentlichten bis 2003 drei Alben und lösten sich 2004 ‚aus persönlichen Gründen‘ auf.“ So könnte es heute in den Annalen der Rockgeschichte stehen, hätte es 2010 nicht das Comeback gegeben. Zehn Jahre nach dem tragischen Tod ihres Fronters Frank DiSanto ließ Gründungsmitglied Holger George die Band Universe vor vier Jahren wieder aufleben.

„Geld hat dabei keine Rolle gespielt“, sagt Holger mit einem Grinsen im Gesicht, „wir hatten einfach richtig Bock drauf.“ Das Thema Geld war allerdings schon immer nur ein peripheres, denn obwohl es in der Anfangszeit der Band Deals mit Dieter Dierks (Produzent der Scorpions) und Warner Chappel gab, der kommerzielle Erfolg blieb ihnen verwehrt. „Aufgrund der Grunge-Welle rückte die Metal-Szene in den Hintergrund“, sagt Gitarrist Stanley Sparrow. „Aber jetzt hat sich die Szene mit vielen guten Hardrock-Bands wieder zum Positiven entwickelt. Und wir Alten mischen auch wieder mit.“

Blick nach hinten und vorne

Bereits 2003 konnte mit A. H. Son ein neuer Mann am Mikro gewonnen werden, weil er laut Holger der „Stimme des verstorbenen Sängers DiSanto sehr nahe kommt.“ Holger und A. H. Son kannten sich allerdings schon lange vorher. 1991 gastierte A. H. Son mit seiner damaligen Band Virginia Creeps beim legendären Sopot-Musikfestival in Polen, bei dem auch Universe einen Auftritt absolvierten. Bereits damals entstand eine langjährige Freundschaft. „Das Sopot-Festival war nur einer der vielen Höhepunkte in unserer Bandhistorie“, sagt Holger und erwähnt noch die Showcases in Hollywood, die 1990 in einen Plattenvertrag mündeten. Auch eine Europatour mit Running Wild zählt zu den Highlights im Leben von Universe.

Doch Universe sind keine „Opa erzählt vom Krieg“-Band, die nur auf gestern blickt. So haben Gitarrist George Dallino und A. H. Son bereits viele neue Songs geschrieben. „Anfang 2012 hatten wir ein paar neue Songs für eine EP aufgenommen. Es kamen aber immer neue Ideen dazu, so dass wir schließlich doch ein ganzes Album aufgenommen haben.“ George hat die Zukunft fest im Visier, sein Kollege A. H. Son schließt sich ihm an: „Wir haben die Aufnahmen vorfinanziert, denn mit einem fertigen Produkt tun sich doch bessere Möglichkeiten auf.“

Die Ausgabe hat sich gelohnt, denn ein neuer Deal ist unter Dach und Fach und die „Mission: Rock“ kann starten: „Der Plattendeal läuft über drei Alben, und die ersten Ideen für den Nachfolger sind bereits im Kasten.“ Beste Voraussetzungen also, das wir noch lange Metal made by Universe goutieren dürfen.

Universe: „Mission: Rock“ (Avenue Of Allies; VÖ am 5.9.)

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