The Frits: Heimat ist Heimat

Baumi ist gut aufgelegt und freut sich auf die Reunion-Show mit den Frits auf der Wattenscheider Freilichtbühne. In den letzten Jahren ists recht still geworden um das achtköpfige Ska-Ensemble, doch nun steht das dreißigjährige Bandjubiläum auf dem Programm.

Fast zwanzig Jahre gibt’s die Band nun schon nicht mehr. „Unser letztes eigentliches Konzert war ja im Jahr 1995 auf einem Straßenfest in Landau; dieser Gig war einfach unglaublich gut. Wir freuen uns wahnsinnig darauf, nun dieses Konzert in Originalbesetzung zu spielen – und wollen das Publikum von den Stühlen blasen!“, so Leadsänger Baumi, der eigentlich Frank Baumgart heißt. Auf andere unvergessliche Live-Momente angesprochen, nennt der Sänger ein Festival zusammen mit den Jeremy Days: „Wir wurden unterschätzt, doch dann haben wir als Band gezeigt, wie man eine richtige Party veranstaltet.“

Zeitprobleme

In den Neunzigern wurde das Ensemble auch überregional als Party-Maschine gehandelt; gegründet haben sich die Frits Ende der 1980er Jahre in Wattenscheid, und bis heute leben alle Bandmitglieder im Ruhrgebiet. Warum kein Umzug für die Band in eine andere Gegend in Frage kommt, antwortet Baumi mit einer einfachen Losung: „Heimat ist Heimat, wir stammen ja alle aus Wattenscheid, und für uns gibt’s keinen Grund das Ruhrgebiet zu verlassen.“

Doch nicht alles läuft im Umfeld der Band wie am Schnürchen. „Was derzeit am schwierigsten ist, sind die Proben, weil eigentlich nie alle gleichzeitig können. Aber ein Grundstamm trifft sich jeden Mittwoch.“ Besonders schwierig ist’s für Gitarrist Karsten Riedel zu den Übungstagen kommen, weil er als Theatermusiker derzeit meist in Salzburg oder Wien anzutreffen ist. „Aber wir kriegen das schon hin“, sagt Baumi zuversichtlich. Denn im Verband mit Drummer Ingo Pelka, Posaunist Toeppel Butera und Stefan „Stöpsel“ Westermeier bildet der Grundstamm der Band ein festes Fundament.

Legenden

Viele Live-Shows der Frits haben heutzutage Legenden-Status: zum Beispiel ihre Record-Release-Party im Frühjahr 1993, als Eins-Live-Moderator Klaus Fiehe auf die Bühne kam, um bei der Zugabe Saxofon zu spielen. Bei diesem Gig stand damals die Ska-Produzenten-Ikone Roger Lomas (The Specials) in der Zeche Bochum an den Reglern, um das Konzert abzumischen. „Ich stehe momentan mit ihm in Kontakt“, sagt der Sänger, „es ist aber noch nicht sicher, ob er auch nach Wattenscheid kommen wird.“

Wo die Rockabilly-Szene ein klares Zeichen gegen rechte Strömungen setzt, positionieren sich auch die Frits gegen radikales Gedankengut: „Unser Song ,The Most I Hate Is You‘ ist eine klare Ansage an diese Bekloppten“, so der fürsorgliche Familienvater. Seine Söhne hat er übrigens nach den Köpfen der britischen Ska-Band The Specials benannt: nach Terry Hall und Jerry Dammers!

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