The Gaslight Anthem: Handarbeiter beim ZFR

Brian Fallon: American Slang | Foto: Henning Haake

Ihr immer mit eurem ´Früher war alles besser´“ gibt mir mein Begleiter des The Gaslight Anthem-Konzerts beim Zeltfestival Ruhr Contra. Denn während er, der die Jungs aus Jersey zuvor noch nicht gesehen hatte, von Beginn an Spaß hat, bedarf es bei mir doch reichlich Anlaufzeit.

Einige Jahre und drei Alben ist es her, seitdem ich mir Brian Fallon und Band zuletzt live gegönnt hatte. Damals vor knapp 200 Leuten. In Witten sind es an diesem Abend zehnmal so viel. Daran und an die "Ich klatsch bei jeder sich bietenden Gelegenheit mehr oder minder taktvoll mit"-Kollektivmentaltät muss man sich auch erstmal gewöhnen. Während ich also noch in der Vergangenheit schwelge, konzentrieren sich The Gaslight Anthem mitsamt gut gelauntem und zu Späßen aufgelegtem Frontmann auf die Gegenwart und setzen vor allem auf die Punk/Rock/Blues-Songs des aktuellen Streichs „Handwritten“. „Super Album“ bekam ich bereits vorab mit auf den Weg gegeben und reagierte mit weitestgehend ahnungslosem Schulterzucken. Irgendwo zwischen dem Vorgänger „American Slang“ und Brians Kreationismus-Gate hatte ich den Bezug zur Band verloren und finde ihn beim Zeltfestival erst nach einer Stunde Spielzeit wieder.

Da kann die kreischende und schwatzende Dame hinter mir nerven wie sie will, „Blue Jeans & White T-Shirts“ von der „Seňor And The Queen“-EP bleibt einfach ein wunderbares Lied. Anschließend variiert die Songauswahl jahrgangsmäßig mehr, was die Fans der „Sink & Swim“-Anfangsjahre und „American Slang/Handwritten“-Nachzügler mit kollektivem Applaus quittieren. Mit „ I Coulda Been A Contender“, „Here Comes My Man“, „Great Expectations“ und „American Slang“ geht es gemeinsam auf die Zielgerade. Kurze Pause, dann Zugabe und ganz zum Schluss „1930“. Na bitte, es geht doch.

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