Captain Capa: Auf der Überholspur

| Foto: Timo Roth

Hört man Bad Frankenhausen, denkt man erst mal an einen verschlafenen Kurort. Bekannt ist die Thüringer Kleinstadt vor allem für den zweitschiefsten Turm Deutschlands. Damit das aber nicht die einzige Assoziation zum Örtchen bleibt, haben sich die beiden Sandkastenfreunde Hannes Naumann und Maik Biermann im Winter 2007 zusammengefunden, um aus der Tristesse der Abgeschiedenheit das Beste zu machen: Eine Band gründen.

Captain Capa nennt sich das Duo, das sich seit seinem Signing auf dem Electrolabel Audiolith und dem Album „Saved My Life“ im stetigen Aufwind befindet. Mit ihrem koffeingetriebenen Electropop auf der Überholspur ging es unermüdlich durch das Land und letztes Jahr sogar quer durch die USA, wo sie als einzige deutsche Band auf der Vans Warped Tour plötzlich mit ihren eigenen Jugendhelden wie Taking Back Sunday und Rise Against unterwegs waren.

Sänger Hannes blickt begeistert zurück: „Es gab einfach ein unglaublich großes Zusammengehörigkeitsgefühl der Bands. Die hatten alle so wahnsinnig viel Bock drauf. Da werden 13 Bühnen an einem Tag aufgebaut und am nächsten geht’s wieder weiter, das ist schon der Wahnsinn! Eigentlich wacht man jeden Morgen auf einem anderen Parkplatz auf, während das Panorama von Dschungel bis hin zu Berglandschaft ständig wechselt.“

Der prägenden Tour mit all ihren einprasselnden neuen Eindrücken ist es zu verdanken, dass viele Texte für das nächste, im Herbst erscheinende Album direkt im Tourbus entstanden sind. War der Gesang zuvor deutlich durch Emobands der frühen Nuller Jahre geprägt, so ist es heute überraschenderweise R’n’B im Stile von Drake, den Hannes als Einfluss für das dritte Album nennt. Die Feature-Liste gestaltet sich denkbar kurz: Nur Strizi von Frittenbude wird einen Gesangspart beisteuern. Premiere für das Duo: Diesmal spielen sie die Synthesizer analog ein und basteln sie nicht erst am Rechner zusammen.

Das Beste an sechs Jahren Band ist für Hannes neben dem Abräumen des New Music Awards 2011 und der USA-Tour aber nach wie vor die Tatsache, gemeinsam als Freunde auf der Bühne zu stehen. Erste Songs des noch namenlosen Albums präsentiert das Duo– wo sollte es anders sein – auf der aktuellen Festivaltour. Das Olgas Rock nimmt dabei einen Ehrenplatz ein: „Unsere Labelkollegen wie Bratze schwärmen richtig von Oberhausen!“

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