Sayee mit neuer CD

Erdverbundene Himmelsstürmer

Wenn man als Rock-Band den Himmel erobern will, kann es nicht schaden, wenn einem die Sängerin buchstäblich von einem Engel geschickt wird. Aber Sayee wollen nicht zu den Sternen greifen.

Gitarrist Hannes Prietz scheint jemand zu sein, dem man gerne das Prädikat „Bescheiden“ anheften möchte. Zumindest sieht er in der Tatsache, dass die Iranerin Mehrra Solh durch ihren ersten Schlagzeuger namens Felix Engel in die Band geschleust wurde, kein höheres Zeichen. Wie sonst sollte man seine Antwort auf die Frage nach den Zielen der Band deuten: „Wir wollen die Menschen erreichen und hoffen, dass andere unsere Freude und Begeisterung an der Musik teilen können.“ So spricht kein Himmelsstürmer, so spricht ein Realist. Hannes bleibt mit seiner Aussage genauso erdverbunden, wie es der Sound seiner Wuppertaler Band verspricht. Denn auf dem aktuellen Longplayer PRECIOUS SHADOWS verbinden Sayee Rock, Blues, Soul und Funk zu einer Art Prog-Rock, der an die großen Tage deutscher Bands der 70er Jahre gemahnt, obwohl die meisten Sayee-Musiker zu dieser Zeit noch gar nicht geboren waren. Eloy, Grobschnitt, Eroc, Jane – sie alle werden zitiert und sind zusammen genommen nur ein Ausschnitt, den Sayee ausmacht, denn Hannes & Co. orientieren sich auch an zeitgenössischer Musik. „Unsere Einflüsse sind sehr vielschichtig. Von Rap bis Jazz kann irgendwie immer irgendjemand etwas damit anfangen.“ Was den Reiz der Musik ausmacht.

Doch Sayee definieren sich auch über ihre Texte. „Unsere Lyrics werden von Mehrra geschrieben. In ihnen setzt sie sich kritisch mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, prangert Ungerechtigkeiten an und erzählt von Liebe und Freundschaft“, weiß Hannes zu berichten. Neben Hannes und Mehrra erweitern Tom Schnell am Schlagzeug und Stefan Friese am Bass das Duo zum Quartett. „Wir sind Musiker, dafür leben wir als Band, und sind durch diese Beziehung auch miteinander befreundet.“ Nun haben Sayee PRECIOUS SHADOWS an den Start gebracht, weil „es einfach Zeit war, ein Album einzuspielen.“ Aufgenommen bei Lack und Klärschlamm Records in Wuppertal, wurde das Album vom Vierer selbst finanziert. „Wir haben in der Zwischenzeit so viele neue Songs geschrieben, dass wir theoretisch schon die nächste CD aufnehmen könnten.“ Sollte auf die Schnelle kein Sponsor gefunden werden, kann man die neuen Songs auf ihren Shows hören.

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