Musik von hier: Neue Alben im Juni

Partypeople: Kann sein und Koni

Kann sein und Koni (Essen)

Kann sein und Koni erinnern unwillkürlich an Deichkind. Die Elektro-HipHopper aus Essen kochen aber durchaus ihr eigenes Konfetti-Süppchen. Sie haben sich im Pott längst eine Fangemeinde erspielt und schrauben stetig an ihrem Partyfaktor. Dazu nehmen die beiden Frontmänner sechs weitere professionelle Chaossüchtige mit auf und vor die Bühne, die Wildes und Unmögliches an Mikro, DJ-Pult und auf der Leinwand beisteuern. Das zweite Album der Kombo heißt folgerichtig „Super Trash bros.“

DE-TEST (Haltern)

Zwei Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten Longplayers von DE-TEST aus Haltern am See zurück, jetzt gibt es neuen Stoff: „Elektronische Tanzmusik“. So schlicht der Titel, so komplex das Werk: Urbaner Elektro-Krach trifft auf sphärische Synthies, brachialer Gesang auf ausgetüftelte Melodien. Aber auch leichtfüßige Momente brechen sich hier und da eine Bahn: Das Stück „Pulse Of A Robot Heart“ beispielsweise ist eine romantisch-treibende Mischung aus Achtziger-Wave-Sound und modernem Dream-Pop.

Captain Disko (Ruhrgebiet/Köln)

Captain Disko feiern den Mainstream aus voller Überzeugung. Die erste, mit Hilfe von Crowdfunding realisierte EP der Band aus Köln und dem Ruhrgebiet erzählt von Partyrausch, Weltrettung und Menschsein. Das Quartett versucht sich hier und da in Doppeldeutigkeit und Provokation und hat seinen Tonträger passend „Pornografie“ betitelt. Ein gewisser Eindruck von Teenie-Mukke lässt sich beim Hören der sechs Songs zwar nicht abschütteln, dafür sind Produktion und Artwork aber umso erwachsener ausgefallen.

Jürgen Saalmann (Haltern)

Unterwegs sein und dem Rauschen der Großstadt zuhören, das hat schon viele Künstler inspiriert und nicht selten kommt dabei Diffuses heraus. Jürgen Saalmann dagegen setzt bei seinem Album „Transit“ vor allem auf Harmonie und Wohlfühlsounds. Er kombiniert handgemachte Gitarrenklänge mit elektronischen Grooves und Loops, beweist dabei ein Händchen für das richtige Maß und driftet weder in überfordernde noch in langweilige Sphären ab. Auch lässt der Halterner den weiten Ruhrpott zuweilen hinter sich und dafür internationale Sounds einfließen.

Speedswing (Ruhrgebiet)

Keine Scheu vor Crossover, gekonnte Arrangements und jede Menge Tempo sind nur die wichtigsten Eckpfeiler des Songwritings von Speedswing. Elvis und Buddy Holly lassen grüßen, einen größeren Teil der Songs nimmt jedoch ein moderner Punkrocksound gemixt mit einer Prise Ska und Soul ein. Ihren Sound nennten die neun Musiker „Ruhrgebeat Swing ‘n’ Roll”. Die Alben der Band sind beim Essener Indie-Label Sunny Bastards erschienen, das seine Perlen europaweit verbreibt.

Sauhund (Bochum)

Einer, den man Sauhund nennt, ist keiner, den man wirklich nicht leiden kann. Vielmehr jemand, der einem querkommt, der rumnervt, einem Steine in den Weg legt. Der ruhrgebietstypische Tiername ist gut gewählt für eine Band, deren Musik alles andere als gefällig daherkommt, aber auch durchaus nicht unsympathisch ist. Irgendwo zwischen Indie, Ambient und Elektro verorten sich die drei Bochumer, die ihre Texte auf Deutsch schreiben und bei Musik wie Worten Wert auf ein ordentliches Maß Irritation legen, frei nach dem Motto: „Ein bisschen Wahnsinn hat noch nie geschadet.“ 

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